Neuigkeiten:

Wiki * German blog * Problems? Please contact info at psiram dot com

Main Menu

Montessori-Schulen

Postings reflect the private opinion of posters and are not official positions of Psiram - Foreneinträge sind private Meinungen der Forenmitglieder und entsprechen nicht unbedingt der Auffassung von Psiram

Begonnen von MrSpock, 19. August 2013, 11:43:48

« vorheriges - nächstes »

Max P

Zitat von: HAL9000 am 06. Februar 2024, 15:21:59
Zitat von: Max P am 06. Februar 2024, 13:10:23... Dass dabei immer wieder das geradezu existentielle Bedürfniss nach einer ganz anderen Pädagogik aufkommt, nimmt wirklich nicht Wunder...
Das klingt mir aber allzusehr nach "Weil die "Altparteien" alle so schlecht sind, muss ich AfD wählen".
Nicht, dass ich dir unterstelle, das zu wollen, aber den Teufel mit dem Bezelbub austreiben zu wollen,
bringt halt auch nix.
Den Vergleich halte ich hier insofern für verfehlt, als dass Montessori- und sogar Waldorf-Pädagogik sehr gute Konzepte enthalten. Die Irrwege und Verrücktheiten ihrer Gründerpersonen sind kein konstituierender Bestandteil dieser Konzepte. Seitens ihrer Verfechter müsste man natürlich den weltanschaulichen Müll von Montessori bzw. Steiner klar benennen und sich eindeutig davon trennen. Möglich ist das auf jeden Fall.


HAL9000

Zitat von: Max P am 07. Februar 2024, 22:22:45... Die Irrwege und Verrücktheiten ihrer Gründerpersonen sind kein konstituierender Bestandteil dieser Konzepte.
Tatsächlich? Zumindest bei Waldorfschulen kann man entgegenhalten: Eine Waldorfschule ohne Steiner ist unmöglich.

Conina

https://www.deutschlandfunkkultur.de/die-dunke-seite-der-maria-montessori-100.html
You cannot view this attachment.

Das vor Kurzem erschienene Sachbuch der österreichischen Pädagogikprofessorin Sabine Seichter, ,,Der lange Schatten Maria Montessoris. Der Traum vom perfekten Kind", offenbart die dunkle Seite der montessorischen Gedankenwelt, ihr Eintreten für Eugenik und die sogenannte Rassentheorie. Thematisiert wird dies in der Öffentlichkeit bislang aber kaum.
Man kann das Pferd zum Wasser führen, aber nicht machen, dass es trinkt.

Juliette

Zitat von: Conina am 12. Februar 2024, 21:00:42https://www.deutschlandfunkkultur.de/die-dunke-seite-der-maria-montessori-100.html
You cannot view this attachment.

Das vor Kurzem erschienene Sachbuch der österreichischen Pädagogikprofessorin Sabine Seichter, ,,Der lange Schatten Maria Montessoris. Der Traum vom perfekten Kind", offenbart die dunkle Seite der montessorischen Gedankenwelt, ihr Eintreten für Eugenik und die sogenannte Rassentheorie. Thematisiert wird dies in der Öffentlichkeit bislang aber kaum.


Ähm, siehe Beitrag # 32.

Max P

Zitat von: HAL9000 am 07. Februar 2024, 23:43:14
Zitat von: Max P am 07. Februar 2024, 22:22:45... Die Irrwege und Verrücktheiten ihrer Gründerpersonen sind kein konstituierender Bestandteil dieser Konzepte.
Tatsächlich? Zumindest bei Waldorfschulen kann man entgegenhalten: Eine Waldorfschule ohne Steiner ist unmöglich.
Kommt drauf an. Ich kannte Leute, die Waldorfschulen durchlaufen haben. Manche haben absonderliche Erfahrungen gemacht, andere haben die an ihrer Schule real praktizierte Pädagogik als sehr positiv erlebt und möchten sie nicht missen. Gerade bei Waldorfschulen hängt wohl alles vom örtlichen Trägerverein ab. Steiner hat sich in groteske Fantastereien verstiegen und die Montessori war offenbar auch nicht ganz knusper, aber ihre pädagiogischen Konzepte enthalten auch im Prinzip positive Elemente  wie Entwicklung der eigenen Kreativität und Freude am Lernen. Eigentlich müsste es möglich sein, dies von ihren Namen und ihren Verrücktheiten zu trennen.

HAL9000

Zitat von: Max P am 12. Februar 2024, 22:17:05... Gerade bei Waldorfschulen hängt wohl alles vom örtlichen Trägerverein ab...
Ich weiß nicht, ob du den von mir verlinkten Artikel gelesen hast. Aber daraus geht klar hervor,
dass man eben keine Trennung vornehmen kann. Wenn man den "Namen und die Verrücktheiten" abtrennt,
ist es kein Waldorf mehr.
Das ist dasselbe wie bei der Homöopathie. Manche schlagen vor, dass man das ja als ritualisierte
(die Übergabe der "passenden" Globuli) Gesprächstherapie fortführen könnte. Aber dann ist es keine
Homöopathie mehr.

Aber eigentlich sollte es hier ja um Montessori gehen. Und da kann ich nur meine obige Anekdote
betragen. Zu Waldorf schreibe ich hier jetzt nichts mehr.

biomango

Der Unterschied liegt zwischen der esoterischen irrationalen Grundlage der Waldorfschule und dem praktikablen pädagogischen Ansatz der Montessori - Schulen.

Max P

Zitat von: HAL9000 am 12. Februar 2024, 23:12:49.
Ich weiß nicht, ob du den von mir verlinkten Artikel gelesen hast. Aber daraus geht klar hervor,
dass man eben keine Trennung vornehmen kann. Wenn man den "Namen und die Verrücktheiten" abtrennt,
ist es kein Waldorf mehr.
Habe ich gelesen und war mir im Wesentlichen auch schon vorher bekannt. Und ja, dann wäre es eben kein Waldorf (oder entsprechend auch kein Montessori) mehr.

Zitat von: biomango am 13. Februar 2024, 11:34:33Der Unterschied liegt zwischen der esoterischen irrationalen Grundlage der Waldorfschule und dem praktikablen pädagogischen Ansatz der Montessori - Schulen.
Wie gesagt, auch die Waldorfpädagogik enthält praktikable und positive Elemente. Man bräuchte das dann auch nicht mehr Waldorf- oder Steiner-Pädagogik nennen, sondern könnte dem Ganzen irgendeinen anderen Namen geben. Oder noch besser, mit solchen Elementen die herkömmliche Pädagogik reformieren.

Typee

Zitat von: biomango am 13. Februar 2024, 11:34:33Der Unterschied liegt zwischen der esoterischen irrationalen Grundlage der Waldorfschule und dem praktikablen pädagogischen Ansatz der Montessori - Schulen.

Ich würde es nennen: den immerhin diskutablen. Die Ergebnisse sind definitiv nicht so, dass eine pädagogische Überlegenheit gegenüber Regelschulpädagogik(en) generell feststellbar wäre, Gründe dafür habe ich aufgeführt; insbesondere ein direkter Notenvergleich führt dazu, dass man sich etwas in die Tasche lügt. Bestenfalls gleich hohes Leistungsniveau gegen stattliche Entgelte: damit verschiebt sich die Perspektive auf eine soziale Auslese der Familien, die sich das leisten können und wollen und die Umhegtheit ihres Nachwuchses dabei der Leistungsauslese vorziehen.
The universe is under NO obligation to make sense to us
(Neil deGrasse Tyson)

Max P

Zitat von: Typee am 13. Februar 2024, 12:19:11insbesondere ein direkter Notenvergleich
Die Fixierung auf Noten als vermeintlich objektivem Leistungsmaßstab ist ja eben ein Kardinalfehler der herkömmlichen Pädagogik.

Daggi

Da es auch um Maria Montessori geht: zufälliger Weise sah ich heute einen Hinweis auf eine Veranstaltung in Niedersachsen. Genauer in der Kleinstadt Hannover Münden (südlich Göttingen, nördlich von Kassel). War da zufällig auf der Durchreise, weil dort Werra und Fulda sich zur Weser vereinigen und reichlich Hochwasser ist. Am DorfStadtkino Capitol Kino war ein Aushang:  Matinee im Capitol Hann. Münden
Maria Montessori - Mit einer kurzen Einführung von Prof. Gerald Hüther.

https://www.psiram.com/de/index.php/Gerald_H%C3%BCther

Im Internet ist der Termin auch zu sehen:  http://www.capitolkino.de/index.php?p=m&mid=3959


Conina

Zitat von: Max P am 13. Februar 2024, 12:24:12
Zitat von: Typee am 13. Februar 2024, 12:19:11insbesondere ein direkter Notenvergleich
Die Fixierung auf Noten als vermeintlich objektivem Leistungsmaßstab ist ja eben ein Kardinalfehler der herkömmlichen Pädagogik.

Warum?

Noten gibt es schon ewig und auch in eigentlich jedem Land.
Wieso sind die ein Kardinalfehler?

Sie sind halt ein Vehikel um eine gewisse Fairness und Vergleichbarkeit herzustellen.

Zitat von: Juliette am 12. Februar 2024, 21:52:57Ähm, siehe Beitrag # 32.

Sorry, ich fand das interessant und hierher passend und habe zurückgeblättert. Ich hatte wohl nicht weit genug zurückgeblättert. Doppelt hält besser.
Man kann das Pferd zum Wasser führen, aber nicht machen, dass es trinkt.

Max P

Zitat von: Conina am 13. Februar 2024, 18:57:05
Zitat von: Max P am 13. Februar 2024, 12:24:12
Zitat von: Typee am 13. Februar 2024, 12:19:11insbesondere ein direkter Notenvergleich
Die Fixierung auf Noten als vermeintlich objektivem Leistungsmaßstab ist ja eben ein Kardinalfehler der herkömmlichen Pädagogik.
Warum?
Noten gibt es schon ewig und auch in eigentlich jedem Land.
Wieso sind die ein Kardinalfehler?
Sie sind halt ein Vehikel um eine gewisse Fairness und Vergleichbarkeit herzustellen.
Noten behindern massiv das Interesse an den Dingen und die Freude am Lernen. Sicher nicht immer und bei allen, aber auf lange Sicht bei den meisten. Außerdem berücksichtigen sie in keiner Weise die individuelle Situation der Schüler. Noten können gar nicht fair sein, wenn man  z.B. in einer kleinen Wohnung keinen ruhigen Rückzugsort hat und noch dazu auf Geschwister aufpassen muss und auch nicht durch die Eltern oder das allein erziehende Elternteil unterstützt werden kann.

Noten als durchgängiger Maßstab schulischen Erfolges drücken grundsätzlich aus, was ich oben schrieb: Es werden nicht Schüler unterrrichtet, sondern Fächer. Es ist in dieser Denke auch kein Zufall, dass z.B. immer die Rede vom "zu bewältigenden Stoff" ist. Darin liegt schon die Erziehung zum Desinteresse.

Typee

Von Noten halten mag man, was man will. Darum geht es mir nicht, abgesehen davon, dass in der Montessori-Community sehr wohl Noten gibt und dort auch niemand Hemmungen hat, darauf hinzuweisen, dass die eigenen  Absolventen in den jeweiligen Abschlüssen - in Noten ausgedrückt - nicht schlechter abschneiden, als die Absolventen anderer Schulformen. Mir geht es darum, dass die gleichen Zahlen mit geringeren Anforderungen erreicht werden. Der Anlass war ja die Bemerkung eines anderen Foristen, dass er (oder sie) feststellte, dass es beim Übergang eines Bekannten in eine gymnasiale Oberstufe "rumpelte".
The universe is under NO obligation to make sense to us
(Neil deGrasse Tyson)

Schwuppdiwupp

Zitat von: Max P am 13. Februar 2024, 22:24:12Noten behindern massiv das Interesse an den Dingen und die Freude am Lernen. Sicher nicht immer und bei allen, aber auf lange Sicht bei den meisten.

Diese Aussage halte ich für nicht zutreffend und ist wahrscheinlich durch nichts valide zu belegen.


Zitat von: Typee am 14. Februar 2024, 13:16:30Mir geht es darum, dass die gleichen Zahlen mit geringeren Anforderungen erreicht werden.

Diese Aussage trifft allerdings zu.

Es wird versucht, mit zentralen Abschlussprüfungen und festgelegten Leistungsbewertungskriterien dem entgegen zu wirken. Letztere werden - zumindest in NRW - aber schul- beziehungsweise fachschaftsintern und somit willkürlich festgelegt - und dann noch nicht einmal durchgehalten.
Ach, was weiß denn ich ...