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Ich bin Anhänger der Komplementärmedizin (Ironie!)

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Begonnen von dunderdobrazil, 30. Juni 2009, 18:13:38

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dunderdobrazil

Hallo liebe vernünftig-Denkenden,

ich dachte schon fast, ich bin so ziemlich der einzige "Unwissende" in Deutschland, der die Homöopathie für gemeingefährlichen Humbug, Quacksalberei, Abzockerei und Scharlatanerie hält und noch für die "etablierte" wissenschaftlich fundierte Medizin plädiert.  Schön, daß es noch ein paar Gleichgesinnte gibt.

Früher habe ich die Homöopathie-Gläubigkeit noch als ein individuelles Problem bildungsferner alleinerziehender Sozialhile- oder Öko-Schl**pen mit Lactoseallergie gesehen. Leider muß ich feststellen, daß auch gutgebildetete Arbeitskollegen -teilweise mit akademischen Grad- sich homöopathische Mittel reinpfeifen, nach dem Motto "Ich glaube nicht daran, aber es hilft!"

Mittlerweile bekommt man in Apotheken standardmäßig homöopathische Mittel, wenn man nur seine Beschwerden nennt und nicht expliizit einen chemischen Wirkstoff oder ein konkretes Medikament nennen kann! (Wenn ich eine Apotheke hätte, würde ich ein großes Schild anbringen: "Homöopathiefreie Zone")

Als der Mann meiner Cousine allen Ernstes behauptete, jeder Notarzt und Rettungssanitäter hat homöopathische Mittel zur akuten Erstversorgung im Koffer, weil das das einzige ist, was bei Herzstillstand und Schlaganfall wirklich hilft, bin ich dann endgültig vom Glauben abgefallen.

Mittlerweile ist die "Schulmedizin" in der Minderheit und hat jetzt den Status der einer untergeordneten "Komplementärmedizin", weil sie im Gegensatz zur standardmäßig angewandten Therapie das gegensätzliche Wirkprinzip verkörpert.

Beispiel chronische Allergie/Heuschnupfen, da gehört Homöopathie mittlerweile zum Standard:
-Standardbehandlung: Homöopathie (Gleiches mit gleichem behandeln, die auslösenden Pollen verdünnt bzw. potenziert zuführen)
-Komplementärmedizin: Allopahtie (="Schulmedizin": Gleiches mit Gegensätzlichem behandeln, ein Mittel, welches die Histaminproduktion auf das normale Maß zurückführt, z.B. Cetirizinhydrochlorid, ist aber bäh, weil chemisch!)

Die Grundlagen der "alternativen" Allopathie sind:
-Keine Wirkung ohne nachweisbaren Wirkstoff
-Keine Wirkung ohne Nebenwirkung (Nebenwirkungen hab ich aber bis jetzt noch nie verspürt)
-Keine Wirkung ohne objektiven Nachweis.

Als Vertreter dieser medizinischen "komplementären" Richtung bin ich im Bekannttenkreis mittlerweile ein Exot. 
Aber was soll man machen? Diskutieren kann man mit den Fundamentalisten nicht!
Ich hoffe nur, daß ich mal keinen Ärger kriege, wennn ich eine "lebensnotwendige" homöopathische Behandlung im Krankenhaus ablehne!!

Tschüss!
Uwe Dunder
9073 Neutraubling, Bayern










Schau-ma-amoi

Zitat von: dunderdobrazil am 30. Juni 2009, 18:13:38
Hallo liebe vernünftig-Denkenden,

ich dachte schon fast, ich bin so ziemlich der einzige "Unwissende" in Deutschland, der die Homöopathie für gemeingefährlichen Humbug, Quacksalberei, Abzockerei und Scharlatanerie hält und noch für die "etablierte" wissenschaftlich fundierte Medizin plädiert.  Schön, daß es noch ein paar Gleichgesinnte gibt.

Früher habe ich die Homöopathie-Gläubigkeit noch als ein individuelles Problem bildungsferner alleinerziehender Sozialhile- oder Öko-Schl**pen mit Lactoseallergie gesehen. Leider muß ich feststellen, daß auch gutgebildetete Arbeitskollegen -teilweise mit akademischen Grad- sich homöopathische Mittel reinpfeifen, nach dem Motto "Ich glaube nicht daran, aber es hilft!"

Mittlerweile bekommt man in Apotheken standardmäßig homöopathische Mittel, wenn man nur seine Beschwerden nennt und nicht expliizit einen chemischen Wirkstoff oder ein konkretes Medikament nennen kann! (Wenn ich eine Apotheke hätte, würde ich ein großes Schild anbringen: "Homöopathiefreie Zone")

Na, ja. So an die 6% sind Homöopathika (unser Fachmann möge mich korrigieren).

http://www.bpi.de/Default.aspx?tabindex=1&tabid=303

rincewind

Hallo dunderdobrazil, willkommen!

Zitat von: dunderdobrazil am 30. Juni 2009, 18:13:38
Als der Mann meiner Cousine allen Ernstes behauptete, jeder Notarzt und Rettungssanitäter hat homöopathische Mittel zur akuten Erstversorgung im Koffer, weil das das einzige ist, was bei Herzstillstand und Schlaganfall wirklich hilft, bin ich dann endgültig vom Glauben abgefallen.

Frei von jedem Wissen lässt sich vortrefflich fabulieren. Ich hätte den an der Hand gepackt und wäre mit ihm ins nächste KH gefahren und die Notärzte befragt. So einen fetten Unsinn habe ich schon lange nicht mehr gehört ...

Naja, hier ist jedenfalls spinnerfreie Zone, falls Du mal Erholung brauchst.

rw

EsoTypo

Hallo dunderdobrazil,

Zitat von: dunderdobrazil am 30. Juni 2009, 18:13:38
Hallo liebe vernünftig-Denkenden,
Freu Dich nicht zu früh!

Zitat von: dunderdobrazil am 30. Juni 2009, 18:13:38
...
Beispiel chronische Allergie/Heuschnupfen, da gehört Homöopathie mittlerweile zum Standard:
-Standardbehandlung: Homöopathie (Gleiches mit gleichem behandeln, die auslösenden Pollen verdünnt bzw. potenziert zuführen)
...
Funktioniert nicht die schulmedizinische Desensibilisierung auch nach diesem Prinzip, nur mit wesentlich geringerer Verdünnung, also ausreichend echtem Wirkstoff?

Adromir

Bei sowas hilft nur Geduld und Spucke. Mich freut es, wenn mich (ein Teil) meiner Familie mittlerweile eher fragt, was ich bei kleinen Wehwehchen nehmen würde, anstatt die Alternativjunkies unserer Verwandschaft zu konsultieren...

Morgenstund

Na ja, der Mann Ihrer Cousine hat nicht so ganz Unrecht. Dies ist eine Frage der Definition. Es ist heute nun einmal so, daß der Begriff "Homöopathie" oft falsch interpretiert bzw. genutzt wird. Viele verstehen darunter einfach nur, daß Substanzen zum Einsatz kommen, die eben "aus der Natur" kommen. Von dem guten Hahnemann haben die wenigsten gehört, geschweige den, daß ihnen bekannt ist unter welchen Umständen dieser seine "bahnbrechenden" Theorien aufgestellt hat bzw. wie weit damals das medizinische Wissen überhaupt war. Damals ging man ja auch noch davon aus -wobei es Schwurbler gibt, die diesen Gedanken heute wieder aufgreifen, ohne jedoch zu wissen was damals darunter verstanden wurde-, daß Miasmen die Auslöser von Krankenheiten und anderen Gebrechen waren.  ;)

Aus der Natur kommt aber ein sehr großer (wenn nicht sogar der gesamte) Teil der Standardmedizin. Chemie ist nämlich an sich nichts "unbiologisches" oder gar "unnatürliches". :D Man kann sogar "biologische Chemie" studieren, so man dafür Interesse hat.

Ein Notarzt hat aber in seinem Köfferchen ganz bestimmt auch solch tolle Medikamente wie Atropin, Belladonna, Cortison, Insulin oder gar Penicillin. Auch Ringer- oder Kochsalzlösung (zur Ringerlösung empfehle ich einfach mal den Vergleich mit einem herkömmlichen, im Handel käuflichen natürlichen Mineral-/Heilwasser; Kochsalzlösung ist einfach Wasser und Salz) kann man problemlos als "natürliche" Produkte bezeichnen, beides sind Standardprodukte im Notarztköfferchen.Wer Morphin als reine Chemie ansieht, weiß wohl auch nicht woher es kommt. Alles Wirkstoffe, die direkt aus der Natur kommen. :D Selbst das gute alte "Aspirin" ist nur ein Wirkstoff aus der Weide.

Daher bleibt ganz einfach nur festzustellen: Fast alle Apotheken verkaufen einfach nur Naturheilmittel und so gut wie nichts anderes. Wer sich bei Kopfschmerzen mit "Aspirin" hilft liegt also irgendwo voll im Trend, auch wer Penicillin nimmt tut nichts wider der Natur. :D

Für mich bleibt da einfach die Frage: Wie definiert der Mann ihrer Cousine "Homoöpathie" oder "Naturheilkunde"?