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Deutsch => Andere Webseiten oder Medien => Thema gestartet von: Nogro am 06. April 2013, 23:43:53

Titel: Es war nicht alles schlecht...Homöopathie in der DDR
Beitrag von: Nogro am 06. April 2013, 23:43:53
Natürlich wiedermal der MDR:
http://www.mdr.de/mediathek/video115390_zc-f3a64d0e_zs-17950b3d.html (http://www.mdr.de/mediathek/video115390_zc-f3a64d0e_zs-17950b3d.html)
Prokop, Staatsmedizinstudium=böse, Homöopathie=gut
(Ich spare mir das dämliche Kotzsmilie)
Titel: Re: Es war nicht alles schlecht...Homöopathie in der DDR
Beitrag von: bayle am 07. April 2013, 00:09:59
Die Mutter weigert sich standhaft, die Erkrankung des Kindes beim Namen zu nennen, und der Reporter weigert sich ebenso standhaft, danach zu fragen; das würde die hagiografischen Züge der Geschichte stören. Böse DDR, böser Prokop - die Homöopathen sind ja beinahe Widerstandskämpfer und Dissidenten. Und dann heißt es, dass (in der Planwirtschaft!) mehrere Betriebe Homöopathika hergestellt haben. Unbesiegbar, die Lehre. Tränenfeucht der Schluss-Satz: „Anlaufpunkt für Homöopathie-Verehrer aus aller Welt“.
Titel: Re: Es war nicht alles schlecht...Homöopathie in der DDR
Beitrag von: Robert am 07. April 2013, 00:11:55
Köthen?

Und nein, ich sehe mir das nicht an.
Titel: Re: Es war nicht alles schlecht...Homöopathie in der DDR
Beitrag von: Groucho am 07. April 2013, 00:54:44
Es läuft gerade HarryPotter, das ist irgendwie realistischer.
Titel: Re: Es war nicht alles schlecht...Homöopathie in der DDR
Beitrag von: sumo am 07. April 2013, 01:04:37
Otto Prokop hat vor vielen Jahren schon Schriften verfaßt gegen Eso-Schwurbelei. Es hat mich damals etwas gewundert, weil ich das Thema gar nicht als wichtig empfand. In der DDR hat man sich ja betont materialistisch gezeigt, so daß solch Blödsinn wie Rutengehen und ähnliches öffentlich nicht thematisiert wurden, und es sowas, wenn überhaupt, nur im Verborgenen gab. Über Homöopathie habe ich nur mal was in einem Pitaval gelesen, ohne mir darunter was greifbares vorstellen zu können. (nun, außer Zucker ist da ja auch nix...)
Ich habe allerdings vor einigen Jahren eine Bekanntschaft gemacht, die mich etwas verwirrt hat, denn dort gibt es mehrere Frauen, die innerhalb der DDR der Antroposophie anhingen, die jetzt Jünger Steiners sind und sich mit größtmöglichem Einsatz dem Irrsinn widmen. Ich habe bei Gesprächen  rausgehört, daß die schon Anfang der achtziger Jahre mit den "Schauungen" Steiners in Kontakt kamen.
Titel: Re: Es war nicht alles schlecht...Homöopathie in der DDR
Beitrag von: gesine2 am 07. April 2013, 01:08:25
Zitat
realistischer
Von der inneren Logik her vielleicht, Groucho (https://forum.psiram.com/index.php?topic=11009.msg134197#msg134197), ansonsten ist es ein trüber Fehlschluß - denn die Hahnemänner und andere Quacks sind ja überaus real, die potentiellen Gefahren realistischer..
Titel: Re: Es war nicht alles schlecht...Homöopathie in der DDR
Beitrag von: Conina am 07. April 2013, 01:08:57
Anthroposophen gab´s im Osten auch.
Titel: Re: Es war nicht alles schlecht...Homöopathie in der DDR
Beitrag von: Maxi am 07. April 2013, 02:17:40
Ja, es gab im Osten auch Anthroposophen. z.B. Gab es in Leipzig die Christengemeinschaft oder Christengemeinde, weiß nicht mehr genau, wie die hießen. Dort konnte man Bücher "aus dem Westen" kaufen. Wir hatten z.B. "Die Kindersprechstunde" von Michaela Glöckler, wo wir erklärt bekamen, wie wichtig Krankheiten für Kinder sind. Und diverse Kochbücher von Barbara Rütting hatten wir auch. Und außerdem noch Erziehungsratgeber von Christa Mewes, haben wir uns von Verwandten mitbringen lassen. Da die Kinderkrippen in der DDR jawirklich nicht gut waren, war das Wasser auf unsere Mühlen.
 Heute ist mir das peinlich, zum Glück gab es Impfpflicht und wir haben deshalb unsere Kinder nicht groß in Gefahr bringen können.
Warum haben wir das gemacht? Es war wohl das tiefsitzende Misstrauen in alles, was vom Staat kam. Wir haben einfach gedacht, die wollen uns wichtige Informationen vorenthalten. Das zog sich einfach durch alle Lebensbereiche.
1988 sind wir in den Westen ausgewandert und hatten dann plötzlich viele Informationsmöglichkeiten, wofür ich sehr dankbar bin.
Man muss immer Bedenken, dass Menschen in Diktaturen immer skeptisch sind und denken, alles was aus freiheitlichen Staaten kommt, automatisch gut ist. Man ist da irgendwie blind.
Was mich allerdings verblüfft, ist, dass der Staat DDR diese diversen Religionsgemeinschaften gewähren lies und ja offenbar auch Homöopathika hergestellt werden konnten. Würde mich mal interessieren, was die Intention dahinter war. Hätten sie ja einfach auch verbieten können.
Ich denke, das ist ein spannendes Feld.
Heute bin ich in Situation, dass ich einen Schwiegersohn in spe habe,der die hiesige Waldorfschule besucht hat und Impfungen ablehnt. Ich kann da kaum an mich halten, aber dann sage ich mir: Stopp! Du warst ja selber mal so verbohrt. Das wird schon noch. Wenn er erst mal ein Kind hat leiden sehen, wird er sicher anders denken? Das hoffe ich jedenfalls.
So, das war jetzt so was wie eine Beichte, es gibt ja noch mehr Ossis hier, wie ist es euch ergangen? Vielleicht seid ihr aber auch noch zu Jung?
Titel: Re: Es war nicht alles schlecht...Homöopathie in der DDR
Beitrag von: Lord Ahriman am 07. April 2013, 02:21:04
Was sind Ossis?
Titel: Re: Es war nicht alles schlecht...Homöopathie in der DDR
Beitrag von: Maxi am 07. April 2013, 02:39:50
Was sind Ossis?
Wenn du einer wärest wüsstest du das  :grins2:
Titel: Re: Es war nicht alles schlecht...Homöopathie in der DDR
Beitrag von: gesine2 am 07. April 2013, 09:40:40
Zitat
Christengemeinschaft oder Christengemeinde
-schaft, nicht -de, Maxi (https://forum.psiram.com/index.php?topic=11009.msg134205#msg134205). Ist auch hier (http://www.christengemeinschaftkoeln.de/) unübersehbar, inklusive KaderWaldorfschulen und -kindergärten.

btw: Gibt ja kaum mehr überledende OSS (https://de.wikipedia.org/wiki/Office_of_Strategic_Services)is :p
Titel: Re: Es war nicht alles schlecht...Homöopathie in der DDR
Beitrag von: The Doctor am 07. April 2013, 14:55:44
aber dann sage ich mir: Stopp! Du warst ja selber mal so verbohrt.

Im Gegensatz zu Dir damals hat er aber freien Zugang zu Informationen. Dass er den nicht nutzt ist sein Problem, nicht Deines.

Zitat
Wenn er erst mal ein Kind hat leiden sehen, wird er sicher anders denken? Das hoffe ich jedenfalls.

Ist er denn angehender Mediziner oder so, kommt also mit kranken Kindern regelmässig in Kontakt? Oder willst Du warten, bis einer Deiner Enkel an einer Masernencephalitis verstorben ist, bis er aufwacht? (Nota bene: laut Steiner ist das gut fürs Karma des Kindes (wegen der nächsten Reinkarnation) und vor allem Gottes Wille.)
Titel: Re: Es war nicht alles schlecht...Homöopathie in der DDR
Beitrag von: Belbo zwei am 07. April 2013, 15:10:32
aber dann sage ich mir: Stopp! Du warst ja selber mal so verbohrt.

Im Gegensatz zu Dir damals hat er aber freien Zugang zu Informationen. Dass er den nicht nutzt ist sein Problem, nicht Deines.

Zitat
Wenn er erst mal ein Kind hat leiden sehen, wird er sicher anders denken? Das hoffe ich jedenfalls.

Ist er denn angehender Mediziner oder so, kommt also mit kranken Kindern regelmässig in Kontakt? Oder willst Du warten, bis einer Deiner Enkel an einer Masernencephalitis verstorben ist, bis er aufwacht? (Nota bene: laut Steiner ist das gut fürs Karma des Kindes (wegen der nächsten Reinkarnation) und vor allem Gottes Wille.)

Was man so hört gabs ja Bananen auch nur in homöopatischen Dosen :-)
Titel: Re: Es war nicht alles schlecht...Homöopathie in der DDR
Beitrag von: Robert am 07. April 2013, 15:17:28
Die Anthroszene muss da sehr abgeschottet gewesen sein, zumal auch im Nachhinein (fast) nichts davon berichtet wird. Mir jedenfalls ist das völlig neu.
Titel: Re: Es war nicht alles schlecht...Homöopathie in der DDR
Beitrag von: Conina am 07. April 2013, 15:21:20
Die Anthroszene muss da sehr abgeschottet gewesen sein, zumal auch im Nachhinein (fast) nichts davon berichtet wird. Mir jedenfalls ist das völlig neu.

Ich glaube, das hast Du nur mitbekommen, wenn Du der Kinderarzt solcher Eltern warst und es ums Impfen ging.
Titel: Re: Es war nicht alles schlecht...Homöopathie in der DDR
Beitrag von: bayle am 07. April 2013, 15:52:43
Was man so hört gabs ja Bananen auch nur in homöopatischen Dosen :-)
Ich entsinne mich eines Cartoons aus dem Jahre 1990, auf dem einige Herren mit Schlips und Kragen bei einem Essen zu sehen sind: "Da saßen wir und wussten uns vor Staunen nicht zu fassen, wie geschickt unser Kollege aus dem Osten mit Messer und Gabel umgehen konnte".

Das war wohl von Maxi gemeint mit:
Was sind Ossis?
Wenn du einer wärest wüsstest du das  :grins2:
Titel: Re: Es war nicht alles schlecht...Homöopathie in der DDR
Beitrag von: Maxi am 07. April 2013, 19:52:05
aber dann sage ich mir: Stopp! Du warst ja selber mal so verbohrt.

Im Gegensatz zu Dir damals hat er aber freien Zugang zu Informationen. Dass er den nicht nutzt ist sein Problem, nicht Deines.

Zitat
Wenn er erst mal ein Kind hat leiden sehen, wird er sicher anders denken? Das hoffe ich jedenfalls.

Ist er denn angehender Mediziner oder so, kommt also mit kranken Kindern regelmässig in Kontakt? Oder willst Du warten, bis einer Deiner Enkel an einer Masernencephalitis verstorben ist, bis er aufwacht? (Nota bene: laut Steiner ist das gut fürs Karma des Kindes (wegen der nächsten Reinkarnation) und vor allem Gottes Wille.)

Hallo Doctor, dass du das jetzt mal so en passant abbügelst, wundert mich. Hast du nicht selbst mal hier von deiner Zeit geschrieben, als du auch an alternative Wunderheilungen geglaubt hast? Und da warst du schon ausgebildeter Mediziner. Du weißt also, wie es passieren kann, dass man blind ist, auch wenn man alle Informationsmöglichkeiten hat.

Nein er ist kein angehender Mediziner sondern Maschinenbauingenieur, deshalb habe ich ja Hoffnung, dass er das Nachdenken beginnt.
Sich von seinen Schwiegereltern die Welt erklären lassen, ist sicher nicht die optimale Variante zum Erkenntnisgewinn. Hättest gerade du dir sicher damals auch nicht gefallen lassen.
Titel: Re: Es war nicht alles schlecht...Homöopathie in der DDR
Beitrag von: The Doctor am 07. April 2013, 20:50:58
Hallo Doctor, dass du das jetzt mal so en passant abbügelst, wundert mich. Hast du nicht selbst mal hier von deiner Zeit geschrieben, als du auch an alternative Wunderheilungen geglaubt hast? Und da warst du schon ausgebildeter Mediziner. Du weißt also, wie es passieren kann, dass man blind ist, auch wenn man alle Informationsmöglichkeiten hat.

Sorry, das war von meiner Seite vielleicht missverständlich. Im Gegensatz zu Deinem Schwiegersohn in spe hatte ich aber berufsbedingt rechtzeitig Erlebnisse, die mich auf den Weg der wissenschaftlichen und evidenzbasierten Medizin zurückgeführt haben. Ob dies bei ihm so ist, wage ich zu bezweifeln. Und man sollte es vielleicht nicht unbedingt darauf ankommen lassen, dass er böse Erfahrungen bei seinen eigenen Kindern machen muss.

Zitat
Nein er ist kein angehender Mediziner sondern Maschinenbauingenieur, deshalb habe ich ja Hoffnung, dass er das Nachdenken beginnt.

Na, das ist doch schon einmal ein guter Ansatz. Das muss er ja zumindest ein paar Grundkenntnisse in Mathematik und Physik haben, darauf kann man doch schon einmal aufbauen.

Zitat
Sich von seinen Schwiegereltern die Welt erklären lassen, ist sicher nicht die optimale Variante zum Erkenntnisgewinn. Hättest gerade du dir sicher damals auch nicht gefallen lassen.

Okay, der Punkt geht an Dich.

Ich möchte Deinen Schwiegersohn in spe hier auch nicht abkanzeln. Aber ich weiss eben auch, dass es einiger Zufälle bedurfte, dass ich auf den richtigen Weg zurückgefunden habe. Ich weiss nicht, ob ich es in Deiner Position darauf ankommen lassen würde, dass am Ende schon alles gut wird. Ich mache mir ganz einfach Sorgen, bitte verstehe meinen letzten Kommentar vor allem in dieser Weise.
Titel: Re: Es war nicht alles schlecht...Homöopathie in der DDR
Beitrag von: Maxi am 07. April 2013, 23:25:33
The Doctor: ist gut, ich versteh dich ja.
Titel: Re: Es war nicht alles schlecht...Homöopathie in der DDR
Beitrag von: The Doctor am 08. April 2013, 00:57:06
The Doctor: ist gut, ich versteh dich ja.

Ich muss ja in meiner täglichen Praxis auch immer wieder an mich halten. Alles andere wäre wirtschaftlicher Selbstmord.

Daher lade ich meinen Frust - insbesondere was Impfgegner angeht - lieber im I-Net ab.  Dadurch bin ich dann im Alltag etwas ruhiger, wenn es darum geht, unmittelbar gegen den Unsinn vorzugehen.

Auch wenn ich es manchmal möchte - aber den Schimpftriaden des "Kinderarztes" kann ich dann doch nicht immer folgen. Auch wenn ich schon einmal aus einem Forum für die Aussage "Impfgegner sind Mörder" 'rausgeflogen bin.