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Deutsch => Allgemeine Diskussionen => Thema gestartet von: Manuela Bornheim am 23. März 2013, 10:52:26

Titel: Richard Harwood
Beitrag von: Manuela Bornheim am 23. März 2013, 10:52:26
Wer hat schon mal was von dieser Zecke gehört?
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: hamer_nein_danke am 23. März 2013, 11:17:23
der hier?

http://www.h-ref.de/literatur/h/harwood-richard/6million.php
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Nogro am 23. März 2013, 12:19:40
Zitat von: Manuela Bornheim am 23. März 2013, 10:52:26
Wer hat schon mal was von dieser Zecke gehört?
Bitte mal nachdenken, bevor solche Begriffe verwendet werden!
http://mundmische.de/bedeutung/403-Zecke (http://mundmische.de/bedeutung/403-Zecke)
ZitatEbenso werden Angehörige des politischen Gegners (Linke und Linksalternative, sowie generell gegen Rechtsradikalismus eingestellte Personen) durch faschistoid Orientierte als "Zecken" tituliert.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: general winter am 23. März 2013, 18:13:07
Zitat von: Nogro am 23. März 2013, 12:19:40
Bitte mal nachdenken, bevor solche Begriffe verwendet werden!
Ich habe auch den Eindruck, dass Manuela oft über's Ziel hinausschießt.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: The Doctrix am 23. März 2013, 19:08:05
Zitat von: general winter am 23. März 2013, 18:13:07
Zitat von: Nogro am 23. März 2013, 12:19:40
Bitte mal nachdenken, bevor solche Begriffe verwendet werden!
Ich habe auch den Eindruck, dass Manuela oft über's Ziel hinausschießt.

Manche sind halt etwas deftiger. Der Tonfall passt allerdings m.E. auch eher ins AV-Forum.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Manuela Bornheim am 23. März 2013, 21:24:51
Bei Holocaustleugnern kenne ich nur grenzenlosen Hass.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: The Doctrix am 23. März 2013, 22:20:32
Zitat von: Manuela Bornheim am 23. März 2013, 21:24:51
Bei Holocaustleugnern kenne ich nur grenzenlosen Hass.

Ist schon okay, aber man muss sich ja nicht auf das Niveau solcher Leute herablassen.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Manuela Bornheim am 23. März 2013, 22:55:30
Da hast du vielleicht Recht aber nachdem ich letzte Woche sein Buch gelesen habe, bin ich von einem tiefen Hass erfüllt, obwohl dies sonst garnicht meine Art ist. Ich verstehe es ausserdem nicht, dass es möglich ist, solche Ansichten in Deutschland zu verbreiten. Siehe Honigmann, ich nehme an, du kennst ihn auch.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Dr. Ici Wenn am 23. März 2013, 23:16:01
Das Emotionale ist verständlich. Nur, wer so richtig hasst, hat sich selber zum Abhängigen der Sache gemacht. Das ist das Perfide daran. Man muss wirklich versuchen, da eine Stufe darüber zu stehen. Ist nicht einfach, ich weiß.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Gethen am 23. März 2013, 23:49:53

Es geht jedoch nicht nur ums Niwea oder um Abhängigkeiten. Wer (politische) Gegner als Ungeziefer verunglimpft, entmenschlicht sie gleichzeitig - und das überlasse ich in der Tat dann den Nazis. Diese Einstellung, Andersdenkende oder Personen bestimmter Abstammung zu Ungeziefer, unwertem Leben etc zu erklären und ihnen damit das Menschsein abzusprechen, hat schon einmal zur Ermordung von 6 Millionen Menschen geführt. Das sind mE gute Gründe, sich solche Einstellungen und Bezeichnungen nicht zu eigen zu machen.

Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: The Doctrix am 23. März 2013, 23:52:28
Zitat von: Gethen am 23. März 2013, 23:49:53

Es geht jedoch nicht nur ums Niwea oder um Abhängigkeiten. Wer (politische) Gegner als Ungeziefer verunglimpft, entmenschlicht sie gleichzeitig - und das überlasse ich in der Tat dann den Nazis. Diese Einstellung, Andersdenkende oder Personen bestimmter Abstammung zu Ungeziefer, unwertem Leben etc zu erklären und ihnen damit das Menschsein abzusprechen, hat schon einmal zur Ermordung von 6 Millionen Menschen geführt. Das sind mE gute Gründe, sich solche Einstellungen und Bezeichnungen nicht zu eigen zu machen.

+1
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Krebskandidat am 24. März 2013, 00:02:51
Abgesehen davon ist kalte, berechnende und sachliche Wissenschaft viel eleganter und provoziert die meisten Esos viel mehr.  :D

Hab gestern erst wieder einen schönen Antwort-Kommentar auf Youtube bekommen:

ZitatDu widerst mich an. Ich möchte mit so einem Monster wie dir nicht sprechen. Du denkst an Wachstum und Produktivität und vergisst dabei MENSCHENLEBEN.
Wer bist du? Hitlers Sohn?

ZITAT VON DIR:
"Eine Reduktion der Bevölkerung ist auch wünschenswert. Wir haben nur begrenzte Ressourcen." [Meine Antwort auf die NWO-Bevölkerungsreduktionspläne]
Warum fängst du nicht an, und bringst dich um? Kommst dir wohl vor, was besseres zu sein, nur weil du mehr Papier hast, dummer Affe.

Herzerwärmend, nicht wahr?
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: general winter am 24. März 2013, 00:18:46
Hallo Manuela, eigentlich haben die Herren vor mir schon alles gesagt. Trotzdem möchte ich auch noch meinen Senf dazugeben.
Weil du eben vom Honigmann schreibst der dich so nervt. Es gibt eine ganze Latte von Vor"denkern" in dieser Branche. Ich habe da auch meinen Spezie. Da diese Figuren ständig voneinander kopieren und abschreiben und dann das Netz mit den immer gleichen Texten vollmüllen, bekommst du schnell den Eindruck die sind in der Mehrheit. Sind sie aber nicht. Das scheint wirklich nur so. Wer sich nicht für deren Mist interessiert und danach sucht findet das gar nicht und weiß nichts davon. Daher, mit Ruhe das Gesindel beobachten. Aber gelassen bleiben, das steht dir viel besser! Es kommt noch hinzu, dass ein großer Teil dieser Typen tatsächlich einen Dachschaden hat. Gegen die kannst Du eh nicht viel tun. Vor denen kannst du nur warnen. Und das funktioniert am Besten wenn du die Form bewahrst, damit bleibst du glaubwürdig.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Binky am 24. März 2013, 00:20:52
Zitat von: Gethen am 23. März 2013, 23:49:53

Es geht jedoch nicht nur ums Niwea oder um Abhängigkeiten. Wer (politische) Gegner als Ungeziefer verunglimpft, entmenschlicht sie gleichzeitig - und das überlasse ich in der Tat dann den Nazis. Diese Einstellung, Andersdenkende oder Personen bestimmter Abstammung zu Ungeziefer, unwertem Leben etc zu erklären und ihnen damit das Menschsein abzusprechen, hat schon einmal zur Ermordung von 6 Millionen Menschen geführt. Das sind mE gute Gründe, sich solche Einstellungen und Bezeichnungen nicht zu eigen zu machen.

Ochnö, jetzt darf ich niemanden mehr als Schwein, Ochse oder Rindvieh bezeichnen.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Gethen am 24. März 2013, 00:37:33
Zitat von: Binky am 24. März 2013, 00:20:52
Zitat von: Gethen am 23. März 2013, 23:49:53

Es geht jedoch nicht nur ums Niwea oder um Abhängigkeiten. Wer (politische) Gegner als Ungeziefer verunglimpft, entmenschlicht sie gleichzeitig - und das überlasse ich in der Tat dann den Nazis. Diese Einstellung, Andersdenkende oder Personen bestimmter Abstammung zu Ungeziefer, unwertem Leben etc zu erklären und ihnen damit das Menschsein abzusprechen, hat schon einmal zur Ermordung von 6 Millionen Menschen geführt. Das sind mE gute Gründe, sich solche Einstellungen und Bezeichnungen nicht zu eigen zu machen.

Ochnö, jetzt darf ich niemanden mehr als Schwein, Ochse oder Rindvieh bezeichnen.

Jedenfalls nicht, sofern du Schwein, Ochse, Rindvieh, Esel, Kamel etc unter Ungeziefer subsumierst, nicht wahr.

Falls die obige Bemerkung witzig sein sollte: ochnö, war sie so gar nicht.

Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: The Doctrix am 24. März 2013, 00:45:43
Zitat von: Gethen am 24. März 2013, 00:37:33
Falls die obige Bemerkung witzig sein sollte: ochnö, war sie so gar nicht.

Schon wieder +1.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: gesine2 am 24. März 2013, 06:32:33
Zitatschon mal .. gehört
Ja Manuela (https://forum.psiram.com/index.php?topic=10918.msg132175#msg132175), war Ende der 70er eine heftige Überraschung zu erkennen, daß dergleichen Aussagen machbar sind.

Zum nicht zitierten Mittelteil: Wer sich der Methoden einer verachteten, verhaßten, .. Denkart bedient, fällt bis zur Änderung ebenfalls in diese Kategorie.

Zitatschönen Antwort-Kommentar auf Youtube
Verlinken, Krebskandidat (https://forum.psiram.com/index.php?topic=10918.msg132227#msg132227), verlinken bitte!
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Manuela Bornheim am 24. März 2013, 10:25:32
Stimmt, denn dies wäre eine Beleidigung für Ochse, Schwein und Co.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: sumo am 24. März 2013, 11:40:41
Es gab Zeiten, da habe ich auch Haß verspürt bei Ergüssen von solchen o.g. Typen, bei politischen Extremismen diverser Art. Mittlerweile habe ich keinen Haß mehr, sondern nur noch grenzenlose, tiefste Verachtung!
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Binky am 24. März 2013, 11:46:35
Ne, mich nervt dieses ewige political correctnes, was immer und bei jedem kleinsten Verdacht auf wie auch immer diskriminierende Äußerungen herausgekehrt wird, unabhängig davon, wie ich den Begriff "Zecke" einordne und wie ich Leute einschätze, die sich eines entsprechenden Jargons bedienen.

Irgendwann kommen wir zu Orwellschem Neusprech. Nichts anderes will ich sagen.

Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Binky am 24. März 2013, 11:48:31
Zitat von: sumo am 24. März 2013, 11:40:41
Es gab Zeiten, da habe ich auch Haß verspürt bei Ergüssen von solchen o.g. Typen, bei politischen Extremismen diverser Art. Mittlerweile habe ich keinen Haß mehr, sondern nur noch grenzenlose, tiefste Verachtung!

Nicht Extremismen, sondern Extremisten und das in alle Richtungen. Handeln und Reden stehen gewiß in einem Zusammenhang, aber nicht immer.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Gethen am 24. März 2013, 12:56:05
Zitat von: Binky am 24. März 2013, 11:46:35
Ne, mich nervt dieses ewige political correctnes, ...
Irgendwann kommen wir zu Orwellschem Neusprech. Nichts anderes will ich sagen.

Wenn der Rückgriff auf Nazirhetorik - und nichts anderes ist die Anwendung der Bezeichnung "Zecke" auf Menschen - kritisiert wird, hat dies aber auch rein gar nichts mit political correctness zu tun. Soviel sollte man auseinanderhalten (können).

Nicht alles kann und darf mit dem Tiefschlag "political correctness" vom Tisch gewedelt werden. Auch dies ist im übrigen ein "Kunstgriff", der heute gerne von rechtsdrehenden Armleuchtern angewendet wird, um Andersdenkende vermeintlich lächerlich zu machen. Ob man sich mit dieser Ebene gemein machen möchte, kann aber sicherlich eine individuelle Entscheidung sein.

Orwellsches Neusprech ist zudem gerade in diesem Forum sehr wenig zu befürchten; hier nimmt keiner auch nur ein Blättchen vor den Mund. Minimalstandards aber sollten eingehalten werden - einer davon ist mE, den Sprachgebrauch, den Neonazis und Faschisten bevorzug(t)en, nicht anzuwenden. Dazu gehört dann aber auch, in diesem Forum solche sprachlichen Entgleisungen nicht unkommentiert stehen zu lassen, sondern anzusprechen; nicht zuletzt, weil nicht nur die Anwendung solcher Vokabeln, sondern mehr noch der Umgang damit etwas über das Forum und seine User aussagt. Ich würde mir wünschen, daß dies ginge, ohne daß dazu ordentlich relativierend die Keule des pc oder gar des Orwellschen Neusprech geschwungen wird.

Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Binky am 24. März 2013, 13:02:33
Ich verwende den Begriff "Zecke" nicht, um einen Menschen oder eine Menschengruppe zu bezeichnen. Gewisse Individuen sind für mich schlicht und einfach asozial.

Aber Du wirst sicher gemerkt haben, wenn ein Begriff out ist, verwendet man an deren Stelle andere, die dann irgendwann ebenso verbrämt sind und so weiter. Sprache ist dynamisch. Das Denken dahinter ist das Problem. Die Salonnazis, die sich gewählt ausdrücken, sind gefährlicher als jene Dumpfbacken, die sich gleich mit ihrer Sprache outen. Deshalb bin ich da eher entspannt, wenn es um Begriffe geht.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: The Doctrix am 24. März 2013, 13:10:08
Naja, zumindest einen durfte man ohne Probleme "Zecke" nennen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Zecke_Neuendorf

Der hat das sogar zu seinem Künstlernamen gemacht.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: sumo am 24. März 2013, 14:05:31
es ist allerdings richtig, daß bestimmte Gruppierungen der extremen Rechten den Begriff "Zecke" für den politischen Gegner benutzen, und da vor allem für die Leute aus dem linksextremen Bereich, hier in Berlin sind es die Typen, die bei den 1.Mai-Festspielen randalieren und die sonst sich als Hausbesetzer hervortun. Die laufen tatsächlich unter dem abwertenden Begriff "Zecken", genutzt von den Leuten, die noch vor einigen Jahren als FAP und jetzt als NPD-Mitläufer hier rumlaufen.
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Political Correctness ist für mich ein ganz heißes Eisen! Ich stimme natürlich einem meiner Vorredner zu, daß diese PC irgendwann zur orwellschem Neusprech werden kann. Andererseits gibt es bestimmte Grenzen, die man bei völliger sprachlicher Freiheit  nicht mehr hat und dann munter drauflos geschimpft wird.
Bloß, WO ist diese Grenze? Im Zweifelsfall bin ich für mehr Freiheit und weniger PC, aber die völlige Freiheit, jeden S****** zu labern?
Schließlich gibt es durchaus sehr unterschiedliche Vorstellungen, was man so sagen  dürfen sollte. Einerseits kann man nahezu straflos die christliche Religion beschimpfen, wenn man das aber mit dem Islam macht, so wird es haarig. Will sagen, es gibt quer durch die Gesellschaft absolut unterschiedliche Vorstellungen von dem, was man ungestraft sagen kann. Deswegen kann es auch kaum einen gemeinschaftlichen Konsens darüber geben, wo man da die Grenze zieht.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: general winter am 24. März 2013, 14:21:47
Zitat von: sumo am 24. März 2013, 14:05:31
.....Schließlich gibt es durchaus sehr unterschiedliche Vorstellungen, was man so sagen  dürfen sollte. Einerseits kann man nahezu straflos die christliche Religion beschimpfen, wenn man das aber mit dem Islam macht, so wird es haarig. Will sagen, es gibt quer durch die Gesellschaft absolut unterschiedliche Vorstellungen von dem, was man ungestraft sagen kann. Deswegen kann es auch kaum einen gemeinschaftlichen Konsens darüber geben, wo man da die Grenze zieht.
Mhhh. Ich will hier niemanden etwas unterstellen. Aber irgendwie erinnert mich das schon wieder an die Sprachakrobatik der Truther. Die behaupten, wenn sie Zionisten sagen, meinen sie nicht die Juden , obwohl jeder genau weiß das sie das tun. Im Gebrauch der Sprache gibt es schon allgemeingültige Grenzen die man nicht überschreiten darf. Mal in den Alltag übertragen - Wenn du zu deiner Frau sagst: "Heh Olle bring mir mal 'n Bier!" - ist die Grenze auch überschritten. Oder war das jetzt zu wenig akademisch?
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: The Doctrix am 24. März 2013, 15:08:15
Zitat von: general winter am 24. März 2013, 14:21:47
Mal in den Alltag übertragen - Wenn du zu deiner Frau sagst: "Heh Olle bring mir mal 'n Bier!" - ist die Grenze auch überschritten. Oder war das jetzt zu wenig akademisch?

Nö. Habs gerade ausprobiert, sie hat sich erwartungsgemäss verhalten.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: 71hAhmed am 24. März 2013, 15:14:58
Zitat von: sumo am 24. März 2013, 14:05:31
Political Correctness ist für mich ein ganz heißes Eisen! Ich stimme natürlich einem meiner Vorredner zu, daß diese PC irgendwann zur orwellschem Neusprech werden kann.
Der Ansatz PC war mal gut und sinnvoll, um Beziehungen zwischen Sprache und Denken etwas öffentlicher zu machen, ist aber mittlerweile durch die fast schon zwanghafte Suche nach (echter oder vermeintlicher) Diskriminierung, die (bewusste?) Verkennung sprachlicher Mechanismen und die in manchen Kreisen beliebte Verwendung als ultimative Waffe zum genauen Gegenteil mutiert.
Zitat von: sumo am 24. März 2013, 14:05:31
Andererseits gibt es bestimmte Grenzen, die man bei völliger sprachlicher Freiheit  nicht mehr hat und dann munter drauflos geschimpft wird.
"Völlige" sprachliche Freiheit gibt es nicht, Grenzen sind allein schon juristisch vorhanden; abgesehen davon gab und gibt es Konventionen, wie man sich in welcher Umgebung (auch sprachlich) verhalten sollte, wenn man ernstgenommen werden möchte.
Zitat von: sumo am 24. März 2013, 14:05:31
Bloß, WO ist diese Grenze? Im Zweifelsfall bin ich für mehr Freiheit und weniger PC, aber die völlige Freiheit, jeden S****** zu labern?
Will sagen, es gibt quer durch die Gesellschaft absolut unterschiedliche Vorstellungen von dem, was man ungestraft sagen kann. Deswegen kann es auch kaum einen gemeinschaftlichen Konsens darüber geben, wo man da die Grenze zieht.
Du musst zwei Bereiche auseinanderhalten, zum einen den Konsens, der z.B. Beleidigungen als nicht akzeptabel ansieht und die von Zeit,Ort und Anwesenden abhängige Frage, was denn als Beleidigung zu werten ist und was als Spielerei unter Erwachsenen im gegenseitigen Einvernehmen stattfindet.
Manches von dem, was ich Kollegen zum passenden Zeitpunkt an den Kopf werfen kann, ohne das mehr kommt als eine mehr oder weniger passende Replik, würde mir woanders und bei anderen Personen mindestens eine Beleidigingsklage an den Hals bringen.
(Ok, auf dem Bau geht es eh etwas robuster zu)
Zitat von: sumo am 24. März 2013, 14:05:31
Schließlich gibt es durchaus sehr unterschiedliche Vorstellungen, was man so sagen  dürfen sollte. Einerseits kann man nahezu straflos die christliche Religion beschimpfen, wenn man das aber mit dem Islam macht, so wird es haarig.
Das liegt aber eher an der bescheidenen Lobbyarbeit der christlichen Kirchen.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: general winter am 24. März 2013, 18:54:58
Zitat von: sumo am 24. März 2013, 14:05:31
Schließlich gibt es durchaus sehr unterschiedliche Vorstellungen, was man so sagen  dürfen sollte. Einerseits kann man nahezu straflos die christliche Religion beschimpfen, wenn man das aber mit dem Islam macht, so wird es haarig.
Leute, ich weiß nicht, irgendwie fühle ich mich mit der Aussage unwohl. Das klingt mir zu sehr nach Sarrazin. Ist so oder sehr ähnlich auf zig Trutherblogs zu finden, wobei dort der Begriff "christliche Religion" durch Zionismus ersetzt wird.
Sarrazin benutzt solche Aussagen für einen bewussten Tabubruch um auf die Moslems einzuschlagen und letzendlich sein Buch zu verkaufen. Die Truther verwenden solche Aussagen um auf die Juden einzuschlagen. Geistige Brandstiftung ist es allemal.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Conina am 24. März 2013, 18:58:43
Na ja, Dawkins hat heute bei Twitter das hier verlinkt,
Feministen und die Scharia:

http://www.secularism.org.uk/blog/2012/03/sharia-law-and-middle-class-feminism

Es gibt schon bei vielen den Reflex, dem Westen möglichst immer Schuld zu geben, was dann zu ulkigen Denkverrenkungen führt.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Manuela Bornheim am 24. März 2013, 19:06:37
Menschenskinder, habt ihr das Thema dieses Threads vergessen? Ich höre nur nichtssagende Äusserungen über PC und blabla . Über Harwood höre ich hier garnichts, muss daher annehmen, dass ihn niemand kennt. Das würde mich jedoch wundern.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Binky am 24. März 2013, 19:10:42
Zitat von: general winter am 24. März 2013, 18:54:58
Leute, ich weiß nicht, irgendwie fühle ich mich mit der Aussage unwohl. Das klingt mir zu sehr nach Sarrazin. Ist so oder sehr ähnlich auf zig Trutherblogs zu finden, wobei dort der Begriff "christliche Religion" durch Zionismus ersetzt wird.
Sarrazin benutzt solche Aussagen für einen bewussten Tabubruch um auf die Moslems einzuschlagen und letzendlich sein Buch zu verkaufen. Die Truther verwenden solche Aussagen um auf die Juden einzuschlagen. Geistige Brandstiftung ist es allemal.

Ich weiß nicht, ob Sarrazin-Vergleiche eine Unterform von Godwins-Law sind. Kritik an Religionen als ein Märchenglaube und allen Auswirkungen ist etwas, was auf alle Religionen und die darauf aufgebauten Gesellschaftssysteme zutrifft. Nur eben sollte man bei den Tatsachen bleiben und objektiv bleiben.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Binky am 24. März 2013, 19:12:00
Zitat von: Manuela Bornheim am 24. März 2013, 19:06:37
Menschenskinder, habt ihr das Thema dieses Threads vergessen? Ich höre nur nichtssagende Äusserungen über PC und blabla . Über Harwood höre ich hier garnichts, muss daher annehmen, dass ihn niemand kennt. Das würde mich jedoch wundern.

Nicht aufregen. Du kannst die Mods auch bitten, das Thema zu teilen. Und nein, ich kenne keinen Harwood.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Krebskandidat am 24. März 2013, 19:13:19
Zitat von: Manuela Bornheim am 24. März 2013, 19:06:37
Menschenskinder, habt ihr das Thema dieses Threads vergessen? Ich höre nur nichtssagende Äusserungen über PC und blabla . Über Harwood höre ich hier garnichts, muss daher annehmen, dass ihn niemand kennt. Das würde mich jedoch wundern.


Ehrlich gesagt finde ich die Diskussion über political correctness interessanter und fruchtbarer. Was sollen wir denn zu Harwood groß sagen?
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Onkel Heinz am 24. März 2013, 19:20:33
Zitat von: Krebskandidat am 24. März 2013, 19:13:19
Ehrlich gesagt finde ich die Diskussion über political correctness interessanter und fruchtbarer. Was sollen wir denn zu Harwood groß sagen?

+1

Diese pc-Debatte kenne ich i.d.R. nur hitzig.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: sumo am 24. März 2013, 19:36:15
okay, dann nicht auf christliche Religion bezogen, sondern eher allgemein:
Es gibt viele Menschen, die auf Witz und Zynismus, auf Kritik, nicht mit Gewalt antworten, andere aber mit Gewalt. Was ich damit meine, ist folgendes: Es gibt keinen allgemeinen Konsens darüber, was man noch sagen darf und was nicht. Ich schrieb bereits, daß ich im Zweifelsfalle eher der Freiheit den Vorzug gebe. Es gibt aber andere Menschen, die sich eher restriktiv verhalten.
Ich kann der PC, so wie sie sich jetzt darstellt, nichts abgewinnen. Weiter oben schrieb jemand, daß man bestimmte, noch(!) unbelastete Begriffe verwendet, die dann irgendwann als belastet erklärt werden und dann der PC zum Opfer fallen.
Ich nenne hier das Wort "Neger", welches vor vielen Jahren noch unbelastet war, jetzt aber belastet ist, ebenso wurde erst "Asylant" gesagt, dann "Asylbewerber", "Asylsuchender". Oder "Zigeuner", jahrelang allgemein anerkannter Begriff für das fahrende Volk. Es besteht das Problem, daß die jetzt unbelasteten Begriffe irgendwann belastet sind und man sich dann rhetorischer Kunstgriffe bedient, um sich vermeintlich korrekt auszudrücken. Dabei enstehen Wortungetüme wie "Migrationshintergrund", "Rotationseuropäer" und ähnliches.


Ich habe übrigens auch etwas gegen Verbote, bestimmte Dinge zu sagen. Um beim Beispiel "Harwood" zu bleiben: Wer es tatsächlich leugnet, daß Deutsche in Auschwitz und ähnlichen Lagern Millionen Juden vergast hat, dem ist mit den Mitteln des Strafrechtes eh nicht beizukommen. Der macht sich überaus lächerlich, und das soll er tun dürfe, ernstnehmen kann man ihn deswegen trotzdem nicht.  Deswegen habe ich für solche Typen auch nur tiefste Verachtung übrig.
Vielleicht kommt das aus meiner Sozialisation in der DDR, denn dort hat mir der Staat auch vorgeschrieben, was ich lesen darf und was nicht. Ich will mir sowas nicht vorschreiben lassen!
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Binky am 24. März 2013, 19:50:08
Zitat von: sumo am 24. März 2013, 19:36:15
okay, dann nicht auf christliche Religion bezogen, sondern eher allgemein:
Es gibt viele Menschen, die auf Witz und Zynismus, auf Kritik, nicht mit Gewalt antworten, andere aber mit Gewalt. Was ich damit meine, ist folgendes: Es gibt keinen allgemeinen Konsens darüber, was man noch sagen darf und was nicht. Ich schrieb bereits, daß ich im Zweifelsfalle eher der Freiheit den Vorzug gebe.

Ich auch.

ZitatEs gibt aber andere Menschen, die sich eher restriktiv verhalten.

Das muß eine freiheitliche Gesellschaft aushalten, sofern es nicht in Gewalt und Diskriminierung ausartet.

Zitat
Ich kann der PC, so wie sie sich jetzt darstellt, nichts abgewinnen. Weiter oben schrieb jemand, daß man bestimmte, noch(!) unbelastete Begriffe verwendet, die dann irgendwann als belastet erklärt werden und dann der PC zum Opfer fallen.

Ja. Das war ich. Ich habe das z.B. am Begriff "Neger", der noch in meiner Jugend normal war, so erlebt. Bzw. s.u.

ZitatIch nenne hier das Wort "Neger", welches vor vielen Jahren noch unbelastet war, jetzt aber belastet ist, ebenso wurde erst "Asylant" gesagt, dann "Asylbewerber", "Asylsuchender". Oder "Zigeuner", jahrelang allgemein anerkannter Begriff für das fahrende Volk. Es besteht das Problem, daß die jetzt unbelasteten Begriffe irgendwann belastet sind und man sich dann rhetorischer Kunstgriffe bedient, um sich vermeintlich korrekt auszudrücken. Dabei enstehen Wortungetüme wie "Migrationshintergrund", "Rotationseuropäer" und ähnliches.

Es kommt eben in der ARD "50 Jahre Auslandjournal", da kamen Berichte üner "Neger". Die Begriffsverrenkung fängt ja hier an: Mein Sohn sprach mal von einem Afroamerikaner, ich fragte, ober er nun wirklich Amerikaner sei. Es war dann doch einer, der noch nie in Amerika war, kein Asylsuchender und paßte auch sonst in keine pc Beschreibung. Nun gut, dieser stark pigmentierte Mensch, den man nicht irgendwie anders bezeichnen darf, ohne irgendwie Widerspruch zu ernten, ist ein Beispiel dafür. Warum aber darf man hier sagen: die Blondine? Auch das sagt was über ein biologisches Merkmal aus. Irgendwie wird das ganze reichlich blöd. Wir hatten damal in Studentenkreisen einige .... äh ....stark  Pigmentierte, die sich selber als Neger bezeichnet haben und sich über unsere bedröppelten Gesichter amüsierten.

ZitatIch habe übrigens auch etwas gegen Verbote, bestimmte Dinge zu sagen. Um beim Beispiel "Harwood" zu bleiben: Wer es tatsächlich leugnet, daß Deutsche in Auschwitz und ähnlichen Lagern Millionen Juden vergast hat, dem ist mit den Mitteln des Strafrechtes eh nicht beizukommen. Der macht sich überaus lächerlich, und das soll er tun dürfe, ernstnehmen kann man ihn deswegen trotzdem nicht.  Deswegen habe ich für solche Typen auch nur tiefste Verachtung übrig.

So isses. Außerdem leistet man damit viel eher radikalen Sub- und Untergrundkulturen Vorschub.

ZitatVielleicht kommt das aus meiner Sozialisation in der DDR, denn dort hat mir der Staat auch vorgeschrieben, was ich lesen darf und was nicht.

Ja, den Gedanken hab ich bei mir auch.

ZitatIch will mir sowas nicht vorschreiben lassen!

+1
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: The Doctrix am 24. März 2013, 19:59:43
Wenn es nur beim Neger geblieben wäre - aber wo die PCler mal so richtig in Schwung waren, hat es ja gleich auch noch den Negerkuss erwischt. Und in solchen Situationen wird es schnell einfach nur noch peinlich.

@ Manuela:

Okay, wir haben da also einen Holocaust-Leugner. Gibt es viele, muss man nicht alle kennen, es sei denn, sie haben einen besonderen Einfluss oder bringen neue Aspekte ins Spiel. Sieht m.E. bei Harwood aber nicht so aus.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: general winter am 24. März 2013, 20:13:04
Zitat von: sumo am 24. März 2013, 19:36:15
Ich nenne hier das Wort "Neger", welches vor vielen Jahren noch unbelastet war, jetzt aber belastet ist, ebenso wurde erst "Asylant" gesagt, dann "Asylbewerber", "Asylsuchender". Oder "Zigeuner", jahrelang allgemein anerkannter Begriff für das fahrende Volk. Es besteht das Problem, daß die jetzt unbelasteten Begriffe irgendwann belastet sind und man sich dann rhetorischer Kunstgriffe bedient, um sich vermeintlich korrekt auszudrücken. Dabei enstehen Wortungetüme wie "Migrationshintergrund", "Rotationseuropäer" und ähnliches.......
Da gebe ich dir auch wieder Recht. Das ist manchmal sowas von lächerlich. Es könnte auch daran liegen, dass in Politik und Medien ein Trend zu einer windschnittigen Sprache herrscht. Man will modern sein und sich vom Pöbel abheben. Erst vor ein paar Tagen fiel mir auf, dass Politiker Probleme nicht mehr lösen sondern stemmen. Ein Konzern bewältigt eine Investition nicht mehr - er stemmt sie. Und die Medien quasseln es brav nach und finden sich ganz cool dabei. Ähnlich ist es beim Mitbürger mit Migrationshintergrund sicher auch gewesen. Wie primitiv klingt denn das: "Herr Jablonski ist Ausländer. Er kommt ursprünglich aus Polen."?
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: The Doctrix am 24. März 2013, 20:20:00
Ich bin Ausländer, und das ist auch gut so.     8)
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Binky am 24. März 2013, 20:21:04
Zitat von: The Doctor am 24. März 2013, 20:20:00
Ich bin Ausländer, und das ist auch gut so.     8)

Ganz streng genommen ich auch.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Krebskandidat am 24. März 2013, 20:35:31
Zitat von: sumo am 24. März 2013, 19:36:15
Ich nenne hier das Wort "Neger", welches vor vielen Jahren noch unbelastet war, jetzt aber belastet ist, ebenso wurde erst "Asylant" gesagt, dann "Asylbewerber", "Asylsuchender".

Ja, es kommt darauf an, mit welcher Intention der Begriff verwendet wird. Es kommt irgendwann zur Pejorisierung. z.B. ,,Krüppel" –> ,,Behinderte" –> ,,benachteiligte/gehandycapte Menschen"
Sobald jemand sagt "Bist du ein bisschen handycapped?" (mit beleidigender Intention) bekommt dieser Euphemismus wieder einen negativen Beigeschmack und es wird nach einer neuen, noch positiven/neutralen Umschreibung gesucht...


Zitat von: general winter am 24. März 2013, 20:13:04
... Man will modern sein und sich vom Pöbel abheben. ...

Hmmm, ist das auch der Grund für dieses "+1" was ich hier in letzter Zeit ständig lese?   :teufel


Zitat von: Binky am 24. März 2013, 20:21:04
Zitat von: The Doctor am 24. März 2013, 20:20:00
Ich bin Ausländer, und das ist auch gut so.     8)

Ganz streng genommen ich auch.

Nicht nur das, unsere Heimat gibt es im engeren Sinne gar nicht mehr!  :angel:
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Binky am 24. März 2013, 20:39:34
Guter Gedanke: Sprache ist kontextabhängig, denn neben der reinen Semantik gibt es den Sinnzusammenhang, den Syntax. Und genau das ist der Grund, warum man keine einzelnen Worte verbieten kann.

Die Frage ist immer, was man damit bezwecken will.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: DönerMitScharf am 25. März 2013, 11:15:04
Die Krux an der Sache ist einfach dass es sich nicht eben nur um ein sprachliches Problem handelt, sondern eben auch um ein gesellschaftliches bzw. Identitätsproblem.

Die Zugehörigkeit zur deutschen Gesellschaft wird halt immer noch zu einem großen Teil über "rassische Merkmale" definiert. Deutscher ist derjenige der ein nordisches Aussehen hat. Wenn mich die Leute fragen wer/was ich bin, dann sage ich dass ich Deutscher bin, da ich hier aufgewachsen bin, nur deutsch spreche und hier studiert habe, was sollte ich auch sonst antworten? Trotzdem stoße ich oft auf Unverständnis, da viele doch irgendwie nicht verstehen können dass jemand eine dunkle Hautfarbe und schwarze Haare hat sich slebst als Deutscher sieht.
Entsprechend ergeben sich dann auch sprachliche Probleme. Wie nenne ich denn nun den Menschen der genetisch vielleicht nicht von hier ist aber doch Deutscher ist...


Zitat von: The Doctor am 24. März 2013, 20:20:00
Ich bin Ausländer, und das ist auch gut so.     8)
Wie definierst du dich selbst als Ausländer? Ich seh vielleicht nicht so aus, aber ich fühl mich als Deutscher, keine Ahnung. Schwieriges Thema  :laugh:
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: MrSpock am 25. März 2013, 12:36:46
Zitat von: The Doctor am 24. März 2013, 19:59:43
Wenn es nur beim Neger geblieben wäre - aber wo die PCler mal so richtig in Schwung waren, hat es ja gleich auch noch den Negerkuss erwischt. Und in solchen Situationen wird es schnell einfach nur noch peinlich.



Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: MrSpock am 25. März 2013, 12:37:34
Bei uns hießen die Dinger "Mohrenkopf". Wer kennt sie nicht, die legendären Mohrenkopf-Brötchen?

Ach ja, neulich las ich meinem Sohn aus meinem alten Buch (alte Rechtschreibung!) "Die kleine Hexe" von Ottfried Preußler vor. Das war mit Sicherheit nicht politisch korrekt! Da kommt das Wort "Negerlein" vor - unfassbar!
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: The Doctrix am 25. März 2013, 13:58:46
Zitat von: DönerMitScharf am 25. März 2013, 11:15:04
Zitat von: The Doctor am 24. März 2013, 20:20:00
Ich bin Ausländer, und das ist auch gut so.     8)
Wie definierst du dich selbst als Ausländer? Ich seh vielleicht nicht so aus, aber ich fühl mich als Deutscher, keine Ahnung. Schwieriges Thema  :laugh:

Ich bin Deutscher, lebe in der Schweiz. Da ist es oft nicht schwer, sich als Ausländer zu fühlen.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: DönerMitScharf am 25. März 2013, 14:10:56
Zitat von: The Doctor am 25. März 2013, 13:58:46
Zitat von: DönerMitScharf am 25. März 2013, 11:15:04
Zitat von: The Doctor am 24. März 2013, 20:20:00
Ich bin Ausländer, und das ist auch gut so.     8)
Wie definierst du dich selbst als Ausländer? Ich seh vielleicht nicht so aus, aber ich fühl mich als Deutscher, keine Ahnung. Schwieriges Thema  :laugh:

Ich bin Deutscher, lebe in der Schweiz. Da ist es oft nicht schwer, sich als Ausländer zu fühlen.

Ah, OK verstehe
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Hildegard am 25. März 2013, 14:41:44
Sprache lebt. Sie verändert sich ständig. Daher, liebe Negersager: Krampfhaft an veralteten Ausdrücken festhalten zu wollen, ist genauso albern wie ständig die neuesten Modewörter nachzuplappern.

Ich halte mich gern an eine einfache Faustregel: Leute, die ich nicht beleidigen will, werden so genannt, dass sie sich nicht beleidigt fühlen. Wenn also Farbige keine Neger sein wollen - bitteschön. Übrigens ist das bei diesem speziellen Wort auch sehr verständlich, denn "Neger" kommt von "Nigger".
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Nogro am 25. März 2013, 14:57:01
Zitat von: Hildegard am 25. März 2013, 14:41:44
....denn "Neger" kommt von "Nigger".
Aus Wikipedia:
ZitatNach dem Etymologischen Wörterbuch der deutschen Sprache hat das Wort Neger die Ausgangsbedeutung ,,Schwarzer" und ist ein Lehnwort nach dem französischen nègre, das wiederum vom spanischen negro, der Nachfolgeform des Lateinischen niger (,,schwarz") kommt.

Ansonsten können wir ja noch über das Sinti-und-Roma-Schnitzel philosophieren  :grins2:
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Gefährliche Bohnen am 25. März 2013, 15:32:17
Zitat von: Hildegard am 25. März 2013, 14:41:44
Sprache lebt. Sie verändert sich ständig. Daher, liebe Negersager: Krampfhaft an veralteten Ausdrücken festhalten zu wollen, ist genauso albern wie ständig die neuesten Modewörter nachzuplappern.

Das Thema hatten wir hier (http://forum.psiram.com/index.php?topic=10413.0) ja auch schon mal. Fällt bei dir das Revidieren von alten Kinderbüchern unter "krampfhaftes Festhalten"?
Ich bekomme bei dieser Darstellung nämlicher immer leichte Bauchschmerzen. Ich finde nicht, dass das das Beibehalten krampfhaft ist, sondern das Verändern. Um Missverständnissen vorzubeugen: ich hänge nicht sonderlich an dem Wort "Neger" - ich habe nicht die Absicht, jemanden zu beleidigen und muss niemanden so nennen - im täglichen Sprachgebrauch kann man ja einfach "Schwarzer" sagen. Soweit kein Problem. Das Problem ist, dass diese Tabuisierung Worten sowas Magisches, Machtvolles verleiht - und dann hat das wirklich was von Zaubersprüchen und Harry Potter. Wenn man dann vom N* oder N-Wort liest, dann ist das Du-weißt-schon-wer-Stadium definitiv erreicht.
Ist ein bisschen so, als würde man für Müll einfach ständig einen neuen Mülleimer kaufen, statt ihn zu entsorgen. Man kann eine Beleidigung mit dem richtigen Kontext ja in jedes Wort verpacken.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: general winter am 25. März 2013, 15:33:22
Es gibt auch einen Wikipediaeintrag für "Nigger". http://de.wikipedia.org/wiki/Nigger
Wenn ein ursprünglich unbelastetes Wort plötzlich eine negative Belastung erfährt, wird es zum Unwort.
Trifft das auch für Namen zu? Ich habe mal einen Test gemacht: http://www.verwandt.de/karten/absolut/hitler.html . 0 Einträge für Hitler. Gab's den Namen vor Adolf auch nicht?
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Onkel Heinz am 25. März 2013, 15:36:06
Ich halte es für äußerst überflüssig und zudem nichtssagend, Menschen nach ihrer Hautfarbe zu charakterisieren.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Onkel Heinz am 25. März 2013, 15:38:54
Zitat von: general winter am 25. März 2013, 15:33:22
Es gibt auch einen Wikipediaeintrag für "Nigger". http://de.wikipedia.org/wiki/Nigger
Wenn ein ursprünglich unbelastetes Wort plötzlich eine negative Belastung erfährt, wird es zum Unwort.
Trifft das auch für Namen zu? Ich habe mal einen Test gemacht: http://www.verwandt.de/karten/absolut/hitler.html . 0 Einträge für Hitler. Gab's den Namen vor Adolf auch nicht?

http://www.dasoertliche.de/Controller?topKw=0&form_name=search_nat&context=0&choose=true&page=0&rci=yes&image=Finden&action=43&kw=hitler (http://www.dasoertliche.de/Controller?topKw=0&form_name=search_nat&context=0&choose=true&page=0&rci=yes&image=Finden&action=43&kw=hitler)
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: The Doctrix am 25. März 2013, 15:44:06
Zitat von: Noddy am 25. März 2013, 15:38:54
Zitat von: general winter am 25. März 2013, 15:33:22
Es gibt auch einen Wikipediaeintrag für "Nigger". http://de.wikipedia.org/wiki/Nigger
Wenn ein ursprünglich unbelastetes Wort plötzlich eine negative Belastung erfährt, wird es zum Unwort.
Trifft das auch für Namen zu? Ich habe mal einen Test gemacht: http://www.verwandt.de/karten/absolut/hitler.html . 0 Einträge für Hitler. Gab's den Namen vor Adolf auch nicht?

http://www.dasoertliche.de/Controller?topKw=0&form_name=search_nat&context=0&choose=true&page=0&rci=yes&image=Finden&action=43&kw=hitler (http://www.dasoertliche.de/Controller?topKw=0&form_name=search_nat&context=0&choose=true&page=0&rci=yes&image=Finden&action=43&kw=hitler)

Das könnte aber genausogut einer der Test-Einträge sein, mit dem die das Telefonbuch herausgebende Gesellschaft (in diesem Fall die Deutsche Telekom) überprüfen kann, ob ein Konkurrent ihr Telefonbuch einfach nur kopiert hat, anstatt selber Daten zu erheben bzw. zu erwerben.

Beispiel für einen solchen Kontrolleintrag:

http://www.dasoertliche.de/Controller?action=43&page=0&image=Finden&topKw=0&rci=yes&choose=true&kw=donald+duck&form_name=search_nat&context=0

(Und bevor es jemand anders sagt: jawohl, es ist ein Skandal, dass Donald und Daisy heimlich zusammengezogen sind!)
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Onkel Heinz am 25. März 2013, 15:44:59
Das ist clever...
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: general winter am 25. März 2013, 15:48:45
Ach du Scheiße Volltreffer in MVP. Womit wieder mal alle Vorurteile gegen MVP-ler bestätigt wären.

Das sollte jetzt sowas wie ein Witz sein. Ich hoffe es fühlt sich niemand persönlich angesprochen.

Zitat von: The Doctor am 25. März 2013, 15:44:06
Zitat von: Noddy am 25. März 2013, 15:38:54
Zitat von: general winter am 25. März 2013, 15:33:22
Es gibt auch einen Wikipediaeintrag für "Nigger". http://de.wikipedia.org/wiki/Nigger
Wenn ein ursprünglich unbelastetes Wort plötzlich eine negative Belastung erfährt, wird es zum Unwort.
Trifft das auch für Namen zu? Ich habe mal einen Test gemacht: http://www.verwandt.de/karten/absolut/hitler.html . 0 Einträge für Hitler. Gab's den Namen vor Adolf auch nicht?

http://www.dasoertliche.de/Controller?topKw=0&form_name=search_nat&context=0&choose=true&page=0&rci=yes&image=Finden&action=43&kw=hitler (http://www.dasoertliche.de/Controller?topKw=0&form_name=search_nat&context=0&choose=true&page=0&rci=yes&image=Finden&action=43&kw=hitler)

Das könnte aber genausogut einer der Test-Einträge sein, mit dem die das Telefonbuch herausgebende Gesellschaft (in diesem Fall die Deutsche Telekom) überprüfen kann, ob ein Konkurrent ihr Telefonbuch einfach nur kopiert hat, anstatt selber Daten zu erheben bzw. zu erwerben.

Beispiel für einen solchen Kontrolleintrag:

http://www.dasoertliche.de/Controller?action=43&page=0&image=Finden&topKw=0&rci=yes&choose=true&kw=donald+duck&form_name=search_nat&context=0

(Und bevor es jemand anders sagt: jawohl, es ist ein Skandal, dass Donald und Daisy heimlich zusammengezogen sind!)

Na aber Hallo, wer sagt Dir denn das die Ducks nicht wirklich dort wohnen?
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: general winter am 25. März 2013, 15:58:36
Gleich nochmal ich!!!!!
Bei diesem Link von Noddy gibt' s gleich noch den Facebooklink zu Adolf Hitler dazu. http://anonym.to/?http://www.dasoertliche.de/Controller?topKw=0&form_name=search_nat&context=0&choose=true&page=0&rci=yes&image=Finden&action=43&kw=hitler Guckt, rechts unten. Der scheint nach Polen verzogen zu sein. Hat bisher auch noch keine Sau mitgekriegt. Seht ihr wie die Truther lügen, von wegen mit Reichsflugscheibe in die Antarktis abgehau'n. :rofl
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: The Doctrix am 25. März 2013, 16:04:37
Zitat von: general winter am 25. März 2013, 15:48:45
Na aber Hallo, wer sagt Dir denn das die Ducks nicht wirklich dort wohnen?

Habs auf Google Earth gecheckt - weit und breit kein Ententeich in Sicht.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: MrSpock am 25. März 2013, 16:07:52
Zitat von: Hildegard am 25. März 2013, 14:41:44
Sprache lebt. Sie verändert sich ständig. Daher, liebe Negersager: Krampfhaft an veralteten Ausdrücken festhalten zu wollen, ist genauso albern wie ständig die neuesten Modewörter nachzuplappern.

Ich halte mich gern an eine einfache Faustregel: Leute, die ich nicht beleidigen will, werden so genannt, dass sie sich nicht beleidigt fühlen. Wenn also Farbige keine Neger sein wollen - bitteschön. Übrigens ist das bei diesem speziellen Wort auch sehr verständlich, denn "Neger" kommt von "Nigger".



Es geht doch nicht darum jemanden zu beleidigen. Es geht auch nicht um das krampfhafte Festhalten an alten Ausdrücken. Es geht um die nötige Gelassenheit zu akzeptieren, das vor nicht all zu langer Zeit diese Worte in Kinderbüchern selbstverständlich waren und diese als allgemein gültig akzeptiert waren, ohne das rassistische Hintergründe abgeleitet wurden. Wenn wir alle Bezeichnungen für Personen oder Dinge, welche von radikalen Gruppen missbraucht wurden, verbieten würden, dann hätten wir gar keine Sprache mehr! Es ist doch keine Generation von Rassisten herangewachsen, nur weil wir die Kinderbücher von Ottfried Preußler gelesen haben! Wer solche Klassiker der Literatur krampfhaft versucht, unter dem Deckmantel der politischen Korrekheit, umzuschreiben, muss sich die Frage stellen lassen, ob wir nicht andere Probleme haben. Was machen wir denn mit den alten Büchern, in denen das Wort "Neger" vorkommt? Verbrennen?
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Onkel Heinz am 25. März 2013, 16:21:25
Zitat... diese als allgemein gültig akzeptiert waren, ohne das rassistische Hintergründe abgeleitet wurden.
Menschen als "Mohr", "Neger", "Bimbo", "Wasweißichnoch" zu bezeichnen ist imho rassistisch, auch wenn nicht jeder ein Rassist gewesen sein muss, der so was benutzt hat (oder heute noch tut).
Selbst jemanden als Schwarzen zu charakterisieren ist – ich erwähnte es bereits – ziemlich nichtssagend. Das sind Begriffe, die der Abgrenzung dienen. Und das aufgrund von körperlichen Merkmalen – das nenne ich rassistisch.

ZitatEs geht um die nötige Gelassenheit zu akzeptieren, das vor nicht all zu langer Zeit diese Worte in Kinderbüchern selbstverständlich waren ...
Das sehe ich genau so.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: MrSpock am 25. März 2013, 16:23:13
Nachbrenner: Wie sagte Azetbur, die Tochter von Gorkon, dem Kanzler des klingonischen hohen Rates: "Unveräußerliche Menschenrechte....es ist schade, dass Sie sich nicht selbst reden hören....MENSCHENRECHTE....alleine dieses Wort ist rassistisch!"
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: MrSpock am 25. März 2013, 16:28:20
Zitat von: Noddy am 25. März 2013, 16:21:25
Zitat...  Das sind Begriffe, die der Abgrenzung dienen. Und das aufgrund von körperlichen Merkmalen – das nenne ich rassistisch.


Dann sind ergo die Begriffe "Mann" und "Frau" auch rassistisch? Das sind Begriffe, die aufgrund von körperlichen Merkmalen der Abgrenzung dienen.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Binky am 25. März 2013, 16:31:12
Zitat von: Noddy am 25. März 2013, 16:21:25
Zitat... diese als allgemein gültig akzeptiert waren, ohne das rassistische Hintergründe abgeleitet wurden.
Menschen als "Mohr", "Neger", "Bimbo", "Wasweißichnoch" zu bezeichnen ist imho rassistisch, auch wenn nicht jeder ein Rassist gewesen sein muss, der so was benutzt hat (oder heute noch tut).
Selbst jemanden als Schwarzen zu charakterisieren ist – ich erwähnte es bereits – ziemlich nichtssagend. Das sind Begriffe, die der Abgrenzung dienen. Und das aufgrund von körperlichen Merkmalen – das nenne ich rassistisch.

Wenn es abwertend gemeint ist, ja. Unbekannte Menschen beschreiben wir nach Äußerlichkeiten, die prägend sind. Wenn das alles rassistisch wäre, dann dürfen wir auch nicht mehr Blondine sagen, oder der Dicke, der Behinderte, der Brillenträger, der Glatzkopf usw.

Diese Bezeichnungen sind Konstrukte, jemandem zu beschreiben. Natürlich ist es geboten, dabei neutral zu bleiben, sonst ist es eine Wertung und kann damit auch diskriminierend sein.

Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Onkel Heinz am 25. März 2013, 16:58:45
Zitat von: MrSpockDann sind ergo die Begriffe "Mann" und "Frau" auch rassistisch? Das sind Begriffe, die aufgrund von körperlichen Merkmalen der Abgrenzung dienen.
Sehr spitzfindig... Grundlegend besteht ein Unterschied zwischen einem Mann und einer Frau (obwohl selbst das einige bezweifeln würden). Wenn ich als Mann meine, Frauen könnten z.B. schlechter Auto fahren oder sonst was weiß ich, dann ist das nicht rassistisch, sondern chauvinistisch.

Ich sehe allerdings keinen interessanten Unterschied zwischen mir und einem Mann aus Afrika, Asien oder vom Nordpol.

Zitat von: BinkyUnbekannte Menschen beschreiben wir nach Äußerlichkeiten, die prägend sind.
Dass die Hautfarbe ein prägendes Merkmal ist, finde ich ja gerade das Problem.
V.a. im gesellschaftlichen/historischen Kontext ist "der Schwarze" doch etwas anderes als "die Blondine", oder?

Ich rede auch nicht davon, dass "du da, der mit der Brille da hinten ..." rassistisch wäre.

Es ist aber nichtssagend, wenn ich erzähle, dass ich gestern mit 3 Türken und 2 Blondinen einen saufen war. Spannend wäre aber, was die Leute denken, wie das wohl ablief...

PS. Der eigentliche Kern ist, welche Klischees die Leute (und man selbst) im Kopf hat. Wenn man also bestimmte Ausdrücke oder Verallgemeinerungen benutzt, sollte man sich dessen im Klaren sein, auch wie das im Zweifelsfall ankommt.

Irgendwelche Bücher umzuschreiben, finde ich übrigens ziemlich sinnlos...
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Binky am 25. März 2013, 17:12:33
wie gesagt, Noddy, es kommt auf den Konsens an. Wenn Du mit drei Türken einen saufen warst, und das so mitteilst, dann willst Du damit etwas ausdrücken. Dabei ist die Herkunft dieser Menschen nicht das Primäre, sondern daß es irgendwie bedeutsam war. Z.B. weil ihr über die Türkei geredet habt, weil sie Dir bspw. Insider-Tips für einen Urlaub gegeben haben oder Ähnliches.

Wenn Du mir aber sagst, Du hast mit ein paar Kumpels eine Sauftour gemacht und willst ausdrücken, einen mächtigen Brummschädel zu haben, dann ist die Nationalität Deiner Saufkumpane unwichtig.

Und wenn ich andere körperliche Merkmale als die Hautfarbe anspreche, dann geht es mir darum, daß auch das dikriminierend sein KANN. Ein Bsp. sind derzeit Übergeichtige, die sich derzeit ganz unhinterfragt einiges an Gemeinheiten gefallen lassen müßen.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: general winter am 25. März 2013, 17:13:16
Äh , mal ein ein ganz anderes Konstrukt.
Ein weißer Mann mit einer roten Jacke klaut in der Drogerie 'ne Tube Zahnpasta. Rennt damit raus zur Bushaltestelle. Dort steht ein unbeteiligter schwarzer Mann mit roter Jacke. Der Ladendedektiv: "Wo ist der Dieb?" Eine Omi hat's gesehen. Was soll die nun sagen ohne rassistisch zu sein? Das einzige Merkmal was die beiden unterscheidet ist die Hautfarbe. Sie muss sich darauf beziehen. Wobei sie in der glücklichen Situation ist, dass der Weiße der Täter ist. Sonst wäre sie wahrscheinlich sogar im doppelten Sinne eine Rassistin.
Würde die Geschichte in Namibia spielen wäre es für die Oma günstiger wenn der Schwarze der Dieb wäre.

Zitat von: Binky am 25. März 2013, 17:12:33
...wenn ich andere körperliche Merkmale als die Hautfarbe anspreche, dann geht es mir darum, daß auch das dikriminierend sein KANN. Ein Bsp. sind derzeit Übergeichtige, die sich derzeit ganz unhinterfragt einiges an Gemeinheiten hefallen lassen müßen.
Genau, genau, genau. Der mensch verhält sich wie ein dummes Tier. Immer geht die Mehrheit auf die Minderheit los! Die Dünnen lachen im Bunde über die Dicken. Sind wir im Club der Dicken wird über Dürren gelacht. In Afrika lachen Sie über die weißen und in China über die Europäer und in Weißland über die Schwarzen.......... . Das Schlimme ist, dass es oft nicht beim lachen bleibt.


Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Dr. Ici Wenn am 25. März 2013, 17:15:09
Zitat von: Noddy am 25. März 2013, 16:58:45
PS. Der eigentliche Kern ist, welche Klischees die Leute (und man selbst) im Kopf hat, wenn man also bestimmte Ausdrücke oder Verallgemeinerungen benutzt, sollte man sich dessen im Klaren sein, auch wie das im Zweifelsfall ankommt.

Das ist ja der Punkt. Es ist immer Kontextabhängig. Ich erinnere mich, vor Jahren, ein tiefschwarzer US-Amerikaner, in D über die US-Army hängen geblieben, ein begnadeter Musiker, der hat seine Liebe zum alpinen Bergsteigen entdeckt, und es fielen so doofe Scherze wie "ein Neger im Eis, ob der einschmilzt?". Am meisten hat er selber darüber gelacht, bzw sowas erst aufgebracht.

Ich denke, der Knackpunkt ist, einerseits den Kontext zu beachten. Um das aber tun zu können, muss man die "bösen" Wörter und Redewendungen überhaupt kennen. Habe als Jugendlicher auch mal "bis zur Vergasung gesagt", bis mir irgendwann klar wurde, woher das kommt. Andererseits, Bemühungen, durch Eliminieren von Begriffen aus der Sprachwelt eine bessere Welt zu machen, ist Wortmagie. Nicht die Worte bestimmen die Welt, sondern die Welt unsere Worte - meistens jedenfalls.

Man muss wissen, was man nicht sagen will, man muss wissen, was man sagen könnte, nur so hat man eine Reflektion, die im entsprechenden Moment passend ist.



Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: The Doctrix am 25. März 2013, 17:20:06
Zitat von: general winter am 25. März 2013, 17:13:16
Äh , mal ein ein ganz anderes Konstrukt.
Ein weißer Mann mit einer roten Jacke klaut in der Drogerie 'ne Tube Zahnpasta. Rennt damit raus zur Bushaltestelle. Dort steht ein unbeteiligter schwarzer Mann mit roter Jacke. Der Ladendedektiv: "Wo ist der Dieb?" Eine Omi hat's gesehen. Was soll die nun sagen ohne rassistisch zu sein? Das einzige Merkmal was die beiden unterscheidet ist die Hautfarbe. Sie muss sich darauf beziehen. Wobei sie in der glücklichen Situation ist, dass der Weiße der Täter ist. Sonst wäre sie wahrscheinlich sogar im doppelten Sinne eine Rassistin.
Würde die Geschichte in Namibia spielen wäre es für die Oma günstiger wenn der Schwarze der Dieb wäre.

Viel interessanter wäre doch, sie würde lediglich sagen "Der in der roten Jacke" - wie würde der Polizist reagieren? Jeweils in Deutschland und in Namibia? Und was sagt uns das über latenten Rassismus in diesen Ländern?
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: general winter am 25. März 2013, 17:23:14
Genau,genau,genau! du bist gut Doctor!
Der politisch korrekte Polizist würde in beiden Ländern den Chinesen mitnehmen.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: MrSpock am 25. März 2013, 17:23:23
Mh...hier wurde viel richtiges geschrieben. Aber "Schaumkussbrötchen" hört sich blöd an! :rofl
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Binky am 25. März 2013, 17:28:45
Zitat von: The Doctor am 25. März 2013, 17:20:06
Zitat von: general winter am 25. März 2013, 17:13:16
Äh , mal ein ein ganz anderes Konstrukt.
Ein weißer Mann mit einer roten Jacke klaut in der Drogerie 'ne Tube Zahnpasta. Rennt damit raus zur Bushaltestelle. Dort steht ein unbeteiligter schwarzer Mann mit roter Jacke. Der Ladendedektiv: "Wo ist der Dieb?" Eine Omi hat's gesehen. Was soll die nun sagen ohne rassistisch zu sein? Das einzige Merkmal was die beiden unterscheidet ist die Hautfarbe. Sie muss sich darauf beziehen. Wobei sie in der glücklichen Situation ist, dass der Weiße der Täter ist. Sonst wäre sie wahrscheinlich sogar im doppelten Sinne eine Rassistin.
Würde die Geschichte in Namibia spielen wäre es für die Oma günstiger wenn der Schwarze der Dieb wäre.

Viel interessanter wäre doch, sie würde lediglich sagen "Der in der roten Jacke" - wie würde der Polizist reagieren? Jeweils in Deutschland und in Namibia? Und was sagt uns das über latenten Rassismus in diesen Ländern?

In der Realität kann man das in den USA sehen, wo überproportional viele Schwarze in den Gefängnissen sitzen bzw. zum Tod verurteilt sind.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Hildegard am 25. März 2013, 17:29:45
Zitat von: Nogro am 25. März 2013, 14:57:01
Zitat von: Hildegard am 25. März 2013, 14:41:44
....denn "Neger" kommt von "Nigger".
Aus Wikipedia:
ZitatNach dem Etymologischen Wörterbuch der deutschen Sprache hat das Wort Neger die Ausgangsbedeutung ,,Schwarzer" und ist ein Lehnwort nach dem französischen nègre, das wiederum vom spanischen negro, der Nachfolgeform des Lateinischen niger (,,schwarz") kommt.

Ansonsten können wir ja noch über das Sinti-und-Roma-Schnitzel philosophieren  :grins2:
Okay, ich habe das nicht recherchiert, sondern die gefühlte Etymologie übernommen, die so vor vielen Jahren an mich herangetragen wurde. Und es ist mir ehrlich gesagt auch vollkommen Wurst, was Wikipedia dazu sagt, solange das von Schwarzen so gefühlt wird.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: The Doctrix am 25. März 2013, 17:29:51
Zitat von: general winter am 25. März 2013, 17:23:14
Der politisch korrekte Polizist

Ich glaube, genau daran scheitert das Experiment bereits in vielen Ländern.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: MrSpock am 25. März 2013, 17:35:17
Zitat von: The Doctor am 25. März 2013, 17:29:51
Zitat von: general winter am 25. März 2013, 17:23:14
Der politisch korrekte Polizist

Ich glaube, genau daran scheitert das Experiment bereits in vielen Ländern.

Klischeealarm!!!!
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Onkel Heinz am 25. März 2013, 17:35:55
ZitatHabe als Jugendlicher auch mal "bis zur Vergasung gesagt" ...
Ich hatte ebenfalls mal einen Kumpel, der war halb Somali, halb Araber oder so, der hat die deftigsten Sprüche gerissen...

Mittlerweile besteht mein erweiterter Freundeskreis aus Menschen aus aller Welt, da ist mir bewusst geworden, wie schwierig da solche Konstrukte sind. Und wie unwichtig, weil man in diesem Kontext ja eher nach Gemeinsamkeiten sucht, als nach Unterschieden.

Ich finde, man sollte sich nur bewusst machen, welche Klischees wir erstes haben, und welche wir dann bedienen (wollen)...
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Binky am 25. März 2013, 17:39:35
Klar, da stimme ich Dir zu.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: The Doctrix am 25. März 2013, 17:40:01
Zitat von: MrSpock am 25. März 2013, 17:35:17
Zitat von: The Doctor am 25. März 2013, 17:29:51
Zitat von: general winter am 25. März 2013, 17:23:14
Der politisch korrekte Polizist

Ich glaube, genau daran scheitert das Experiment bereits in vielen Ländern.

Klischeealarm!!!!

Hey, in einzelnen US-Bundesstaaten (e.g. New Jersey) gibt es eine IQ-Obergrenze für den normalen Polizeidient (im Beispiel NJ wäre das IQ=90).
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Hildegard am 25. März 2013, 17:41:39
Zitat von: MrSpock am 25. März 2013, 16:07:52
Zitat von: Hildegard am 25. März 2013, 14:41:44
Sprache lebt. Sie verändert sich ständig. Daher, liebe Negersager: Krampfhaft an veralteten Ausdrücken festhalten zu wollen, ist genauso albern wie ständig die neuesten Modewörter nachzuplappern.

Ich halte mich gern an eine einfache Faustregel: Leute, die ich nicht beleidigen will, werden so genannt, dass sie sich nicht beleidigt fühlen. Wenn also Farbige keine Neger sein wollen - bitteschön. Übrigens ist das bei diesem speziellen Wort auch sehr verständlich, denn "Neger" kommt von "Nigger".

Es geht doch nicht darum jemanden zu beleidigen. Es geht auch nicht um das krampfhafte Festhalten an alten Ausdrücken. Es geht um die nötige Gelassenheit zu akzeptieren, das vor nicht all zu langer Zeit diese Worte in Kinderbüchern selbstverständlich waren und diese als allgemein gültig akzeptiert waren, ohne das rassistische Hintergründe abgeleitet wurden. Wenn wir alle Bezeichnungen für Personen oder Dinge, welche von radikalen Gruppen missbraucht wurden, verbieten würden, dann hätten wir gar keine Sprache mehr! Es ist doch keine Generation von Rassisten herangewachsen, nur weil wir die Kinderbücher von Ottfried Preußler gelesen haben! Wer solche Klassiker der Literatur krampfhaft versucht, unter dem Deckmantel der politischen Korrekheit, umzuschreiben, muss sich die Frage stellen lassen, ob wir nicht andere Probleme haben. Was machen wir denn mit den alten Büchern, in denen das Wort "Neger" vorkommt? Verbrennen?
Nein, wir verbrennen keine Bücher. Und ob man die Wortwahl in Büchern verändern sollte, kommt ganz darauf an, was das für Bücher sind. Sind sie Zeitzeugen, oder werden sie wegen ihres literarischen Wertes gelesen, dann würde ich sie so lassen, wie sie sind. Ich wäre also strikt dagegen, zum Beispiel "Mein Kampf" politisch korrekt umzuformulieren, ebenso wenig wie einen Goethe oder Döblin.
Bei den Kinderbüchern (um die es hier eigentlich gar nicht ging) bin ich nach reiflicher Überlegung tatsächlich für die Änderung, denn die Kinder lesen das wegen des Plots und der Figuren, die durch den Austausch einzelner Wörter in keiner Weise leiden. Übrigens hat ja sogar Ottfried Preußler selbst kurz vor seinem Tod noch der Änderung zugestimmt.

Also, wie schon von Ici gesagt, die Entscheidung sollte immer kontextabhängig und überlegt erfolgen. Die Feder ist nun mal eine mächtige Waffe, mit der man entsprechend viel anrichten kann.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Conina am 25. März 2013, 17:44:08
Zitat von: The Doctor am 25. März 2013, 17:40:01
Hey, in einzelnen US-Bundesstaaten (e.g. New Jersey) gibt es eine IQ-Obergrenze für den normalen Polizeidient (im Beispiel NJ wäre das IQ=90).

Das würde ich gern genauer wissen.
Quelle?
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Conina am 25. März 2013, 17:47:39
http://en.wikipedia.org/wiki/Intelligence_quotient#Job_performance
ZitatSome US police departments have set a maximum IQ score for new officers (for example: 125, in New London, CT), under the argument that those with overly-high IQs will become bored and exhibit high turnover in the job. This policy has been challenged as discriminatory, but upheld by at least one US District court.[83]

Man kann sich ja eigentlich ohne Probleme zu dumm anstellen bei den Tests.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: MrSpock am 25. März 2013, 17:53:15
Zitat von: Hildegard am 25. März 2013, 17:41:39
Zitat von: MrSpock am 25. März 2013, 16:07:52
Zitat von: Hildegard am 25. März 2013, 14:41:44
Sprache lebt. Sie verändert sich ständig. Daher, liebe Negersager: Krampfhaft an veralteten Ausdrücken festhalten zu wollen, ist genauso albern wie ständig die neuesten Modewörter nachzuplappern.

Ich halte mich gern an eine einfache Faustregel: Leute, die ich nicht beleidigen will, werden so genannt, dass sie sich nicht beleidigt fühlen. Wenn also Farbige keine Neger sein wollen - bitteschön. Übrigens ist das bei diesem speziellen Wort auch sehr verständlich, denn "Neger" kommt von "Nigger".

Es geht doch nicht darum jemanden zu beleidigen. Es geht auch nicht um das krampfhafte Festhalten an alten Ausdrücken. Es geht um die nötige Gelassenheit zu akzeptieren, das vor nicht all zu langer Zeit diese Worte in Kinderbüchern selbstverständlich waren und diese als allgemein gültig akzeptiert waren, ohne das rassistische Hintergründe abgeleitet wurden. Wenn wir alle Bezeichnungen für Personen oder Dinge, welche von radikalen Gruppen missbraucht wurden, verbieten würden, dann hätten wir gar keine Sprache mehr! Es ist doch keine Generation von Rassisten herangewachsen, nur weil wir die Kinderbücher von Ottfried Preußler gelesen haben! Wer solche Klassiker der Literatur krampfhaft versucht, unter dem Deckmantel der politischen Korrekheit, umzuschreiben, muss sich die Frage stellen lassen, ob wir nicht andere Probleme haben. Was machen wir denn mit den alten Büchern, in denen das Wort "Neger" vorkommt? Verbrennen?
Nein, wir verbrennen keine Bücher. Und ob man die Wortwahl in Büchern verändern sollte, kommt ganz darauf an, was das für Bücher sind. Sind sie Zeitzeugen, oder werden sie wegen ihres literarischen Wertes gelesen, dann würde ich sie so lassen, wie sie sind. Ich wäre also strikt dagegen, zum Beispiel "Mein Kampf" politisch korrekt umzuformulieren, ebenso wenig wie einen Goethe oder Döblin.
Bei den Kinderbüchern (um die es hier eigentlich gar nicht ging) bin ich nach reiflicher Überlegung tatsächlich für die Änderung, denn die Kinder lesen das wegen des Plots und der Figuren, die durch den Austausch einzelner Wörter in keiner Weise leiden. Übrigens hat ja sogar Ottfried Preußler selbst kurz vor seinem Tod noch der Änderung zugestimmt.

Also, wie schon von Ici gesagt, die Entscheidung sollte immer kontextabhängig und überlegt erfolgen. Die Feder ist nun mal eine mächtige Waffe, mit der man entsprechend viel anrichten kann.


Wenn es also lediglich um den Plot und um die Figuren geht und weniger um den literarischen Wert, dann sollten Bücher auch umgeschrieben, sprich dem heutigen politisch korrekten Sprachgebrauch angepasst werden. Viel Spaß bei der Neufassung der Bibel und vor allem viel Spaß beim Aushalten der Reaktionen der fundamentalen Christen!
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: bayle am 25. März 2013, 17:57:21
Zitat von: Hildegard am 25. März 2013, 17:29:45
Okay, ich habe das nicht recherchiert, sondern die gefühlte Etymologie übernommen, die so vor vielen Jahren an mich herangetragen wurde. Und es ist mir ehrlich gesagt auch vollkommen Wurst, was Wikipedia dazu sagt, solange das von Schwarzen so gefühlt wird.
Einmal Ablehnung und einmal Zustimmung. Ich halte es nicht für egal, die Herkunft und Bedeutung von Begriffen zu klären, bevor man sie bewertet.

Und nun die Zustimmung: Ein bisschen reden wir hier wie die Blinden von der Farbe. Wenn Betroffene gefragt werden, dann kommt so etwa so etwas heraus: Neger nein, Schwarzer ja.
http://www.zeit.de/gesellschaft/2013-02/leserartikel-rassismus-neger
Aber schon das ist eigentlich eine unzulässige Generalisierung. Es ist die Meinung eines Betroffenen, und die große Unbekannte ist und wird bleiben, wie weit solche Auffassungen repräsentativ sind.

Ich als Nicht-Betroffener halte Negerkuss für akzeptabel und die Umschreibung von alten Büchern für albern. Letztere könnte man ja mit einem kurzen Nachwort versehen.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: MrSpock am 25. März 2013, 18:01:00
Zitat von: bayle am 25. März 2013, 17:57:21
Zitat von: Hildegard am 25. März 2013, 17:29:45
Okay, ich habe das nicht recherchiert, sondern die gefühlte Etymologie übernommen, die so vor vielen Jahren an mich herangetragen wurde. Und es ist mir ehrlich gesagt auch vollkommen Wurst, was Wikipedia dazu sagt, solange das von Schwarzen so gefühlt wird.
Einmal Ablehnung und einmal Zustimmung. Ich halte es nicht für egal, die Herkunft und Bedeutung von Begriffen zu klären, bevor man sie bewertet.

Und nun die Zustimmung: Ein bisschen reden wir hier wie die Blinden von der Farbe. Wenn Betroffene gefragt werden, dann kommt so etwa so etwas heraus: Neger nein, Schwarzer ja.
http://www.zeit.de/gesellschaft/2013-02/leserartikel-rassismus-neger
Aber schon das ist eigentlich eine unzulässige Generalisierung. Es ist die Meinung eines Betroffenen, und die große Unbekannte ist und wird bleiben, wie weit solche Auffassungen repräsentativ sind.

Ich als Nicht-Betroffener halte Negerkuss für akzeptabel und die Umschreibung von alten Büchern für albern. Letztere könnte man ja mit einem kurzen Nachwort versehen.

Da gehe ich mit!
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Hildegard am 25. März 2013, 18:18:11
Zitat von: MrSpock am 25. März 2013, 17:53:15
Wenn es also lediglich um den Plot und um die Figuren geht und weniger um den literarischen Wert, dann sollten Bücher auch umgeschrieben, sprich dem heutigen politisch korrekten Sprachgebrauch angepasst werden. Viel Spaß bei der Neufassung der Bibel und vor allem viel Spaß beim Aushalten der Reaktionen der fundamentalen Christen!
Äh, gerade die Bibel ist ein schlechtes Beispiel für deine Sache. Die wurde ja nun dauernd umgeschrieben, dazu gibt es Kurzfassungen und Kinderfassungen. Von den Freiheiten, die sich diverse Übersetzer seit Luther nahmen, ganz zu schweigen.
Hier finden sich allein 16 aktuelle deutschsprachige Versionen: http://www.diebibel.de/
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: The Doctrix am 25. März 2013, 18:24:34
Zitat von: Dr. alt. med. Conina am 25. März 2013, 17:44:08
Zitat von: The Doctor am 25. März 2013, 17:40:01
Hey, in einzelnen US-Bundesstaaten (e.g. New Jersey) gibt es eine IQ-Obergrenze für den normalen Polizeidient (im Beispiel NJ wäre das IQ=90).

Das würde ich gern genauer wissen.
Quelle?

Das kam mal vor Jahren bei "The awful Truth" von Michael Moore. Welche Folge, kann ich gerade nicht sagen, müsste ich raussuchen.

Als Begründung wurde genannt, bei einem zu hohen IQ würden sich die Polizisten im gewöhnlichen Polzeialltag schnell langweilen.    :stirn
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: bayle am 25. März 2013, 18:29:28
Zitat von: The Doctor am 25. März 2013, 18:24:34
Zitat von: Dr. alt. med. Conina am 25. März 2013, 17:44:08
Zitat von: The Doctor am 25. März 2013, 17:40:01
Hey, in einzelnen US-Bundesstaaten (e.g. New Jersey) gibt es eine IQ-Obergrenze für den normalen Polizeidient (im Beispiel NJ wäre das IQ=90).
Das würde ich gern genauer wissen.
Quelle?
Das kam mal vor Jahren bei "The awful Truth" von Michael Moore. Welche Folge, kann ich gerade nicht sagen, müsste ich raussuchen.
Als Begründung wurde genannt, bei einem zu hohen IQ würden sich die Polizisten im gewöhnlichen Polzeialltag schnell langweilen.    :stirn
Glaub' ich unbesehen, v. a. für Deutschland. Aber im Ernst: 90 wären dann doch ein bisschen wenig.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Conina am 25. März 2013, 18:42:03
Die Grenze, die ich fand, war 125.
Ich hab´s doch verlinkt.
Steht in der engl. Wikipedia.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: sumo am 25. März 2013, 18:46:44
90 ist ein Wert, den hier in Berlin einige Polizisten gerade so erreichen...
Die Mehrzahl hält den normalen Durchschnitt.
-----
Zu dem Beispiel mit dem Drogeriedieb: Es gibt bestimmte äußerliche Merkmale, die man als "fahndungsgeeignet" bezeichnen kann, was natürlich in diesem direkten Zusammenhang keine Wertung darstellt, sondern schlicht der Polizeiarbeit dient. Wenn allerdings der Polizist den Schwarzen in der roten Jacke mitnimmt, obwohl der Weiße der Dieb ist, so ist das sicher nicht ausschließlich rassistisch motiviert, sondern entspringt einer gewissen Diensterfahrung in bestimmten geografischen Gegenden. Es gibt bestimmte Straftatenbereiche, in denen einige Ethnien überrepräsentiert sind, und das gehört zur Lebens-und Diensterfahrung des Beamten.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: The Doctrix am 25. März 2013, 18:50:03
Wie gesagt - die "90" wurde für den "einfachen Polizeidienst" angegeben. Die "125", die Conina gefunden hat, scheint ja eher für "Officers" zu gelten, entsprechend dem höheren oder sogar gehobenen Dienst in Deutschland.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Conina am 25. März 2013, 18:53:02
Ich würde Moore nicht allzuweit trauen.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: general winter am 25. März 2013, 19:00:08
Findet hier gerade Rassismus gegenüber :police: Polizisten :police: statt? Jaaaaaaaaaa!
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: The Doctrix am 25. März 2013, 19:34:35
Zitat von: Dr. alt. med. Conina am 25. März 2013, 18:53:02
Ich würde Moore nicht allzuweit trauen.

Da ist natürlich ein Punkt. Er polemisiert ja gerne.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: The Doctrix am 25. März 2013, 19:36:25
Wobei - guckt mal hier:

http://www.theawfultruth.com/207index.html
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: The Doctrix am 25. März 2013, 19:41:42
Zitat von: general winter am 25. März 2013, 19:00:08
Findet hier gerade Rassismus gegenüber :police: Polizisten :police: statt? Jaaaaaaaaaa!

Bitte erkläre mir, wie man gegenüber einer Berufsgruppe rassistisch sein kann. Diskriminierend vielleicht, aber rassistisch?
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Binky am 25. März 2013, 19:49:20
Zitat von: The Doctor am 25. März 2013, 19:41:42
Zitat von: general winter am 25. März 2013, 19:00:08
Findet hier gerade Rassismus gegenüber :police: Polizisten :police: statt? Jaaaaaaaaaa!

Bitte erkläre mir, wie man gegenüber einer Berufsgruppe rassistisch sein kann. Diskriminierend vielleicht, aber rassistisch?

Also ist es kein Rassismus, sondern Professionismus.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: gesine2 am 25. März 2013, 20:07:05
ZitatAlso ist es kein Rassismus
Doch Binky (https://forum.psiram.com/index.php?topic=10918.msg132491#msg132491), es könnte zumindest sein - immerhin habe ich schon in diversen amerikanischen Krimiserien oder -filmen die Erzählung einer Polizistensippe vernommen. Weiß schon, ich Polizist, Vater Polizist, Onkel und Großvater auch etc pp.

Immerhin haben sie ja auch schon eigene Staaten (https://de.wikipedia.org/wiki/Polizeistaat) geründet.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: MrSpock am 26. März 2013, 08:44:03
.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: MrSpock am 26. März 2013, 08:46:03
Zitat von: Hildegard am 25. März 2013, 18:18:11
Zitat von: MrSpock am 25. März 2013, 17:53:15
Wenn es also lediglich um den Plot und um die Figuren geht und weniger um den literarischen Wert, dann sollten Bücher auch umgeschrieben, sprich dem heutigen politisch korrekten Sprachgebrauch angepasst werden. Viel Spaß bei der Neufassung der Bibel und vor allem viel Spaß beim Aushalten der Reaktionen der fundamentalen Christen!
Äh, gerade die Bibel ist ein schlechtes Beispiel für deine Sache. Die wurde ja nun dauernd umgeschrieben, dazu gibt es Kurzfassungen und Kinderfassungen. Von den Freiheiten, die sich diverse Übersetzer seit Luther nahmen, ganz zu schweigen.
Hier finden sich allein 16 aktuelle deutschsprachige Versionen: http://www.diebibel.de/
OK, schlechtes Beispiel. Ich kannte nur die katholische und evangelisch-lutherische Version. Aber wehe, einer schreibt den Räuber Hotzenplotz um, dann bekommt er mit mir Ärger! :schlaeger
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: The Doctrix am 26. März 2013, 08:54:35
Zitat von: MrSpock am 26. März 2013, 08:46:03
Aber wehe, einer schreibt den Räuber Hotzenplotz um, dann bekommt er mit mir Ärger! :schlaeger

Ach, ist das etwa die Bibel für Vulkanier?     ;D
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: MrSpock am 26. März 2013, 09:22:00
Zitat von: The Doctor am 26. März 2013, 08:54:35
Ach, ist das etwa die Bibel für Vulkanier?     ;D

Na ja, dieses Meisterwerk entspricht zwar nicht in Gänze den Lehren des Philosophen Surak, war aber prägend für Generationen.
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: Hildegard am 26. März 2013, 14:05:49
Zitat von: MrSpock am 26. März 2013, 09:22:00
Zitat von: The Doctor am 26. März 2013, 08:54:35
Ach, ist das etwa die Bibel für Vulkanier?     ;D

Na ja, dieses Meisterwerk entspricht zwar nicht in Gänze den Lehren des Philosophen Surak, war aber prägend für Generationen.
Da fällt mir ein, dass es ja auch schwarze Vulkanier gibt. Sind das dann eigentlich Negervulkanier, Afrovulkamerokanier oder vielleicht Lavakanier?
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: The Doctrix am 26. März 2013, 14:12:47
Zitat von: Hildegard am 26. März 2013, 14:05:49
Zitat von: MrSpock am 26. März 2013, 09:22:00
Zitat von: The Doctor am 26. März 2013, 08:54:35
Ach, ist das etwa die Bibel für Vulkanier?     ;D

Na ja, dieses Meisterwerk entspricht zwar nicht in Gänze den Lehren des Philosophen Surak, war aber prägend für Generationen.
Da fällt mir ein, dass es ja auch schwarze Vulkanier gibt. Sind das dann eigentlich Negervulkanier, Afrovulkamerokanier oder vielleicht Lavakanier?

Nö, die sind einfach nur im Solarium eingeschlafen.    :aetsch:
Titel: Re: Richard Harwood
Beitrag von: MrSpock am 26. März 2013, 14:17:16
Zitat von: Hildegard am 26. März 2013, 14:05:49
Zitat von: MrSpock am 26. März 2013, 09:22:00
Zitat von: The Doctor am 26. März 2013, 08:54:35
Da fällt mir ein, dass es ja auch schwarze Vulkanier gibt. Sind das dann eigentlich Negervulkanier, Afrovulkamerokanier oder vielleicht Lavakanier?

Das sind per Definition rassistische Bezeichnungen, und Rassismus ist nicht logisch!