Neuigkeiten:

Wiki * German blog * Problems? Please contact info at psiram dot com

Main Menu

psiram-Aderlaß-Artikel = krass irreführend / Desinformation

Postings reflect the private opinion of posters and are not official positions of Psiram - Foreneinträge sind private Meinungen der Forenmitglieder und entsprechen nicht unbedingt der Auffassung von Psiram

Begonnen von EisenKUF, 20. Oktober 2012, 17:18:31

« vorheriges - nächstes »

Cosmo Kramer

Zitat von: Antitainment am 21. Oktober 2012, 22:27:22
ZitatKann man so sagen, ja....
Nö, kann man nicht, das kann nur Cosmo, der sicher Belege im Psiram-Wiki für seine steile These finden kann oder nicht?!

Stattgegeben, zu Vegetarismus gibt es keinen Eintrag. Ich bin durch die Forumsdiskussionen geprägt...  8)

EisenKUF

@ P. Stibbons (abends)
Jetzt muß ich wohl doch noch einmal antworten - zur Frage zur genauen Stelle in "der" Zacharski-Arbeit (ist wohl auf einer vorangehenden Forums-Seite: wenn ich dorthin wechsele, ist der hier eingegebne Text wieder verschwunden; ich weiß, daß ich besser in einem Textprogramm formulieren und dann ins Forum kopieren sollte...)

Ich hatte ja auf jüngere Zacharski-Papers mit zunätzlichen Auswertungen hingewiesen. Hier ist eins davon:
           http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22093213
"Am Heart J. 2011 Nov;162(5):949-957.e1.
Effect of controlled reduction of body iron stores on clinical outcomes in peripheral arterial disease.
                  Zacharski LR, Shamayeva G, Chow BK.
... ... BACKGROUND:
Published results from a controlled clinical trial in patients with peripheral arterial disease found improved outcomes with iron (ferritin) reduction among middle-aged subjects but not the entire cohort. The mechanism of the age-specific effect was explored.
        ... RESULTS:
Iron reduction improved outcomes in youngest age quartile patients (primary outcome hazard ratio
0.44, 95% CI 0.21-0.92, P = .028; secondary outcome HR 0.34, 95% CI 0.19-0.61, P < .001)[/b]. Mean follow-up ferritin levels (MFFL) declined with increasing entry age in controls. Older age (P = .035) and higher ferritin (P < .001) at entry predicted poorer compliance with phlebotomy and rising MFFL in iron-reduction patients. Intervention produced greater ferritin reduction in younger patients. ... ... "

Dieser Zahlen-Zeichenwust ist ziemlich unlesbar (vielleicht bin ich auch schon zu müde). Der Volltext ist leider --- HALT: er IST zugänglich! (So meinte ich mich auch bei Am Heart zu erinnern, aber PubMed zeigt das merkwürdigerweise in der Übersicht der gefundenen Z..-Artikel nicht an.)
Leider habe ich in nächster Zukunft keine Zeit, die ?8 Seiten durchzuackern und dabei noch dem einen oder anderen Zitat von Z. et al. nachzugehen.
Die jüngste Quartile wird übrigens mit Alter 55 angegeben, also sogar unter 60. Die haben noch einiges Leben vor sich, das motiviert vermutlich zu gewissenhafterer Teilnahme? (Ich weiß, daß sehr alte kranke Leute oft jeden Lebensmut verlieren, dann sterben wollen, also kein Interesse mehr an Versuchen haben, noch etwas "zum Besseren zu wenden".)

Ein (teils hoch)signif. HR im Bereich <0,5, sogar 0,34 ist ja "nicht Nichts" (zumal bei ?"intent to treat"-Analyse mit teils greisen Studienteilnehmern) - von wegen die "Eisen-Hypothese" sei widerlegt!!!
Ich denke, Jerome Sullivan hatte bei seiner Hypothese nicht die sehr Alten vor Augen, sondern das Alter um 45...50, in dem Männer ein ?4-, gar ?5x höheres MI-Risiko haben im Vergleich zu gleichaltrigen Frauen -- die Eierstöcke produzieren kurz vor der Menopause meines Wissens nicht mehr viele Hormone, was den großen Unterschied im MI-Risiko zwischen Männern und Frauen schon von daher nicht erklären kann. (Ich habe selbst dank Mitarbeit vieler Kolleginnen zeigen können, daß der Blutdruck nicht zyklusabhängig schwankt - endogene Hormonschwankungen haben offensichtlich keine Blutdruckwirkung.)
Die über Jahrzehnte paradigmatisch behauptete "herz- und gefäßschützende" Eigenschaft von Östrogenen ist ein Märchen, inzwischen für Männer wie Frauen durch große Interventionsstudien widerlegt.

Kennt jemand eine dritte plausible Hypothese zur Erklärung der zeitweilig SEHR großen Geschlechtsdifferenz im MI-Risiko (s.o.)?

Mir fällt keine ein. Damit gilt logischerweise bis auf weiteres: die "Östrogen- / Hormon-Hypothese" ist widerlegt - also bleibt die "Eisenhypothese" von Sullivan. Die dürfte auch viele der Bradford-Hill-Kriterien erfüllen - und hier haben wir nun bereits mind. den zweiten Studienbeleg nach Salonen et al. 1997 / 98, meines Wissens damals ohne nähere Daten zum Blutspendeverhalten der Probanden(gruppen), gar zu deren Ferritin-Werten.
Ok, Zacharski et al. "machen Boden gut" - Respekt, Glückwunsch!

Damit ist natürlich die bösartige Behauptung des DÄ-Schreiberlings 2007 (mir liegt ja noch ein anderes Wort in den Fingerspitzen) wohl hinreichend als Desinformation entlarvt.
Das bedeutet, der psiram-Aderlaß-Artikel gibt nicht den (halbwegs) aktuellen Stand der Studienlage wieder, sondern er ist das, was ich gleich zu Anfang festgestellt habe: krass irreführend, Desinformation.

Das kann doch eigentlich nur bedeuten, daß er wohl kaum noch als Grundlage für "Verbesserungen" dienen kann, oder? Ok, ich habe keine Zeit, mich mit dieser Möglichkeit auseinanderzusetzen.

Th. S. Kuhn hat in "Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen" empirisch aufgezeigt, wie etablierte Cliquen ihre Paradigmen schließlich wider jede Vernunft verteidigen. Diese Kreise verfügen über die Mittel, Studien durchzuführen - oder auch nicht, die schließlich zu Leitlinien "verarbeitet" werden.
Mich nach Leitlinien zu fragen, die den Nutzen von Aderlässen belegen und entsprechende Empfehlungen aussprechen, ist mehr als absurd. Man kann den Hund bekanntlich nicht zum Jagen tragen: die Herren WOLLEN NICHT.

Über Aderlässe als Prävention reden die nicht einmal. Merkwürdigerweise "verstummten" Bofill et al., Salonen et al., Facchini... - warum? Ich wurde in übelster Weise gemobbt: bis hin zum unbegründeten Hausverbot, Unbrauchbarmachen meiner Unterlagen in meiner erzwungenen Abwesenheit, Einstellen der Gehaltszahlungen, Beleidigungen, Verleumdungen, Diebstahl eines Notebooks, von eigenen Büchern, Unbrauchbarmachen des von mir benutzten Instituts-PCs, schließlich sogar der Vorschlag, ich könne ja aus dem Fenster springen - im 3. Stock. Andererseits das "aufatmende Prahlen" eines der Blitz-Karrieristen aus der Industrie nach seiner Habilitiation: Die Welt will betrogen sein, also betrüge ich sie.
Studien, Leitlinien von derartigen Pseudo-Wissenschaftlern? Glaubt Ihr noch an den Weihnachtsmann?

Sullivan scheint so etwas wie die "Hofnarren-Fuktion" zu haben, keine Möglichkeit, eigene Studien durchzuführen. Allerdings gehört er wohl auch der Veterans Admin. an, ist also vermutlich unabhängiger als die in den Uni-Tretmühlen.

Nun also Zacharski et al., die in der Vet.-Admin.-Organisation zweifellos unter Kostendruck stehen: da wird nicht nach immer aufwendigeren Verfahren gesucht, wie an den Unis, sondern da kann auch eine Idee wie die "Eisen-Hypothese" aufgegriffen werden (übrigens auch im Bereich von Kaiser Permanente, einer ganz besonderen Krankenkasse). Und es besteht die Möglichkeit, daß Erfolge landesweit über die riesige VA-Organisation mit Dutzenden (gar hunderten?) Kliniken ausgeweitet werden. Eigenartig: eine Art Kreis von Sullivan 1981 bis Zacharski et al. 2011. 30 Jahre - eine verdammt lange Zeit! Aber nicht völlig ohne Perspektive...
    Vielleicht ein  kleiner Lichtblick am Ende von eineinhalb stressigen Tagen.

Belbo zwei

Was ist das? ....erst fett dann gross dann bunt!

....ein Crank steigert den Informationsgehalt seiner Beiträge.

PaulPanter

Hat schon jemand raus bekommen, was uns Eisen sagen will?

Belbo zwei

Zitat von: PaulPanter am 22. Oktober 2012, 07:27:04
Hat schon jemand raus bekommen, was uns Eisen sagen will?


Das es in Deutschland tatsächlich Institute gibt die unfähige und geistig etwas verwirrte  Mitarbeiter aussortieren?

Cosmo Kramer

Zitat von: EisenKUF am 22. Oktober 2012, 00:39:31
Th. S. Kuhn hat in "Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen" empirisch aufgezeigt, wie etablierte Cliquen ihre Paradigmen schließlich wider jede Vernunft verteidigen. Diese Kreise verfügen über die Mittel, Studien durchzuführen - oder auch nicht, die schließlich zu Leitlinien "verarbeitet" werden.
Mich nach Leitlinien zu fragen, die den Nutzen von Aderlässen belegen und entsprechende Empfehlungen aussprechen, ist mehr als absurd. Man kann den Hund bekanntlich nicht zum Jagen tragen: die Herren WOLLEN NICHT.

Da ist sicher was dran...

Es wäre aber nett, wenn du noch mal prägnant und bündig sagen könntest, worin deiner Meinung nach die positive Wirkung von Aderlässen besteht.
Es geht um Eisenentzug, richtig ?!?  ???

Wirsing

Tja, die Tage werden kürzer, man sitzt viel daheim und viele wissen nicht wohin mit der freien Zeit. ICh denke da liegt der Hase im Pfeffer Paul.
Ist schon lustig daß Eisenmann nichtmal seine hier als Grafiken rumkopierten Texte lesen kann. So als Beispiel:
"CONCLUSIONS:

Lower iron burden predicted improved outcomes overall and was enhanced by phlebotomy. Controlling iron burden may improve survival and prevent or delay nonfatal myocardial infarction and stroke."

Witzig sind übrigens allein schon die Werte der Probanden (s.Tabelle I).
Da gibt es z.B. in der Gruppe des ersten Quartils:
328 Männer (von 332 Teilnehmern), Durchschnittsalter von 55 Jahren, 331 Raucher, 111 Personen mit C2 Abusus 112 Diabetiker, 235 Personen mit Bluthochdruck, 196 Personen die Statine nehmen, durchschnittliche Fibrinogenwerte von 392 und einen BMI von 28,5.
Die LDL/HDL Ratio liegt bei ca. 2,5 (seit wann gibt man eigentlich die  HDL/LDL ratio an?).

Für Dich lieber Eisenmann vielleicht nochmal auf deutsch (viel Ahnung vom Fach scheinst Du ja nicht zu haben):
Hier wurde wohl eher das Verhalten von Risikogruppen auf eine Veränderung der Eisenspiegel gemessen und nicht das einer "normalpopulation".

Wie kommt man bei einer solchen Gruppe dann dazu eine Aderlasstherapie bei allen Menschen zu empfehlen (vorrausgesetzt die folgenden Daten sind valide und signifikant und es handelt sich nicht nur um eine simple Korrelation was ich nun noch nicht geprüft habe und wohl auch nicht mehr machen werde, denn dafür ist mir meine Zeit zu schade)?

Solltest Du tatsächlich im medizinischen Bereich arbeiten ist bei Deiner Ausbildung offensichtlich was ganz massiv schief gelaufen.

The Doctrix

Zitat von: EisenKUF am 21. Oktober 2012, 19:49:14
Die "rote" Hypertonie ist die erste mir bekannte klare Aderlaß-Indikation, aus der Antike. Ist diese Hypertonie (ohne Komplikationen) eine Krankheit?

Ja, weil sie unbehandelt schwere Schäden verursachen kann.

Zitat
Mein 2.Chef erklärte wiederholt, das Problem sei, daß sich die meisten Hypertoniker ausgesprochen wohl fühlten, während das für die Hypotoniker selten zuträfe.

Tja, das Gemeine an der Hypertonie ist, dass man meistens erst dann Symptome bekommt, wenn schon Folgeschäden aufgetreten sind (akute hypertensive Krisen mal ausgenommen). Also wenn schon längst eine Behandlung hätte stattfinden sollen.
Dass Hypotoniker schneller symptomatisch werden, ist ja bereits mit Unterstufen-Wissen der Physik erklärbar. Nebenbei: im Gegensatz zur Hypertonie ist die Hypotonie keine Krankheit. Das wird ausschliesslich im deutschsprachigen Raum immer wieder behauptet. Weswegen die Briten gerne spöttisch von "the German desease" sprechen.

Zitat
Die Hypertonie ist - jedenfalls im frühen Stadium - ein Symptom, und die Definition wird meines Wissens sehr stark von der Industrie mitbestimmt, die ihre Produkte zu dieser "Massenerkrankung" verkaufen und damit Milliarden scheffeln will.

Die Hypertonie ist eindeutig durch die WHO-Kriterien definiert. Was ist Deiner Erkenntnis nach falsch am Grenzwert 150/90mmHg für eine Behandlungsnotwendigkeit?

Zitat
Meistens wird behauptet, in aller Regel müßten die Blutdrucksenker lebenslang eingenommen werden: so hätten es die "interessierten Kreise" gern.

Also erst einmal sollte bei leichter Hypertonie ein Wechsel des Lebensstils versucht werden - mehr Sport, gesündere Ernährung, Stressabbau etc. Erst wenn diese Massnahmen versagen (auch das sind WHO-Kriterien) oder bei massiver Hypertonie (Durchschnittswerte über 170/110mmHg), ist eine Medikation angezeigt. Und auch diese muss nicht zwingend lebenslang genommen werden (erfahrungsgemäss in den meisten Fällen allerdings schon).

Nebenbei: wie soll das eigentlich durch den Aderlass besser therapiert werden? Einen dauerhaften Effekt kann der Aderlass doch wohl auch nicht haben, da der Körper das Blut immer wieder nachbildet. Nach 3 Monaten ist dann die nächste "Behandlung" erforderlich. Scheint mir eine sehr lukrative Einnahmequelle zu sein.


Irgendwie fehlen mir bei Dir schon die Basics zur Hypertonie - meine Güte, das ist Stoff aus dem 8. Semester! Und diese Andeutung von "interessierten Kreisen" missfällt mir ebenfalls; das ist so typische Verschwörungstheoretiker-Rhetorik.
Immer, wenn Du glaubst, dümmer gehts nicht mehr, kommt von irgendwo ein Eso her!

bayle

@EisenKUF

ZitatIch habe die genannte DKF-Pressemitteilung in den letzten Jahren immer wieder durch Eingabe der Nummer-Jahr-Kombination gefunden, brauchte mir nur 33 zu merken
http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2006/dkfz_pm_06_33.php

Und warum hast Du es dann nicht (oder erst jetzt) getan? In aller Offenheit: das ist Deine Aufgabe, nicht meine.
Zur Sache: Du verweist auf eine epidemiologische Studie. Korrelationen sind keine Kausalitäten. Damit lassen sich Hypothesen generieren, aber nicht Tatsachen beweisen. Dazu müssten sich zunächst die Zusammenhänge in anderen Studien bestätigen, sie sollten den Hill'schen Kriterien
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1898525/
entsprechen, und dann sollten Interventionsstudien den Nachweis der Hypothese erbringen. Das kann ich an Deiner Quelle nicht erkennen. Ist Dir schon mal aufgefallen, dass sich die Krankheitsrisiken des Gesunden zu mehreren tausend Prozent addieren, wenn man mal alle epidemiologischen Studien zusammennimmt?

ZitatAls nächstes habe ich das ab Ende 1993 bei mir selbst "therapeutisch" in die Tat umgesetzt

Du magst das als subjektiv erheblich ansehen, aber es erhöht nicht deine Glaubwürdigkeit als Wissenschaftler. Das ist Anekdote und nicht Wissenschaft. Ich gebe zu: Du bist kein totaler Einzelfall. Prominentestes (und unglücklicherweise gescheitertes) Beispiel war der Kardiologe Werner Forßmann mit seinem Herzkatheter (Sauerbruch-Kommentar: ,,Damit können Sie sich im Zirkus habilitieren!"). Auch in jüngerer Zeit gibt es Beispiele: ein deutscher Anästhesie-Professor behandelte seine eigene MS erfolgreich mit Deoxyspergualin, und es wurde sogar eine Studie dazu aufgelegt. Sie ist gescheitert. Ein solcher Gang der Dinge ist zwangsläufig um Größenordnungen wahrscheinlicher.

Es ist ein Fakt, das medizinische Forschung Geld kostet und also einen Geldgeber benötigt. Man kann auch das, mit Gründen, für bedauerlich halten, aber es bleibt ein Fakt. Wir sind uns völlig einig, dass medizinische Forschung aus außerwissenschaftlichen Gründen stagnieren kann. Das ist kein Argument gegen Wissenschaftlichkeit.

Was Kuhn angeht: es ist eine der Schwächen der Kuhnschen Philosophie, dass sich verkannte Genies auf sie berufen zu können meinen. Es gibt sie, die ,,erfinderischen Zwerge, die für alles gemietet werden können" (Brecht), aber es ist eine Verkennung der Tatsachen, dies für den wesentlichen Zug des Wissenschaftsbetriebes zu halten.

Schließlich: Deine mit latenten oder manifesten Verschwörungstheorien angereicherten Rundumschläge erhöhen ebenso nicht Deine Glaubwürdigkeit als Wissenschaftler. ,,Achtung, auf der A 13 ist ein Geisterfahrer unterwegs!" – ,,Was, einer? Hunderte!"

ZitatMich nach Leitlinien zu fragen, die den Nutzen von Aderlässen belegen und entsprechende Empfehlungen aussprechen, ist mehr als absurd.

Nein, ist es nicht. Deine persönliche Geschichte spielt da keine Rolle.

@Cosmo
Versuche ruhig, was zu lernen, aber spar Dir deine altklugen Bemerkungen. Ich habe das deutliche Gefühl, Dir fehlt das Hinterland, anderen Belehrungen zu erteilen.



EisenKUF

Das sind ja ganze Kübel von (Dreck), die da über mich ausgeleert werden...

Kommen wir auf den Anfang zurück, weswegen ich mich hier überhaupt angemeldet habe:
Im Aderlaß-Artikel wird u.a. behauptet, neben den in der Klammer aufgezählten Indikationen sei kein Nutzen bekannt (zuvor: keine Nutzen, also Plural). Ich halte eine solche Aussage für prizipiell unsinnig: dazu müßte zumindest die gesamte Weltliteratur durchforstet werden - eine offensichtliche Unmöglichkeit.

Ich WEISS aber durch eigene Recherchen (wie auch durch eigene Erfahrung, die hier für irrelevant erklärt wird), daß es anderen Nutzen gibt, potentiell sogar "gigantischen" Nutzen, wenn nicht Kräfte wie die psiram-Aktivisten, die hier v.a. das Wort führen, offensichtlich alles daran setzen, diesen Nutzen zu verhindern.

Der (vermutlich nur: Ein) Ausgangspunkt für "Nutzensuche" von Aderlässen (wie Blutspenden) ist die "Eisen-Hypothese" von Jerome L. Sullivan im LANCET 1981. Darin greift er 1. mit guten Gründen das Paradigma der "schützenden Östrogene / weiblichen Hormone" an, die angeblich jüngere Frauen vor Herzinfarkten schützen.
Als denkender Mensch bietet er 2. gleich eine Alternativ-Hypothese an, nämlich daß die Frauen durch ihre Blutverluste mit der Menstruation weniger Eisen im Körper haben / speichern, und das DAS den Unterschied ausmacht.
Wenn ich mich richtig erinnere (ich zitiere aus dem Gedächnis), sagt er voraus, daß Blutspenden den gleichen Effekt haben sollte, daß also Blutspender - mehr oder minder - vor Herzinfarkten geschützt sein müßten.

Zu 1:  Für Männer war die angebliche schützende Wirkung von Östrogen-Zufuhr bereits in den 60er Jahren in einer Riesenstudie widerlegt worden - das ist allerdings praktisch niemand bekannt, vermutlich, weil es von interessierten Kreisen "unter den Teppich gekehrt wurde", um das Paradigma aufrechterhalten zu können.
Immerhin gab es irgendwelche scharfen Denker, die schließlich auch entsprechende Studien bei postmenopausalen Frauen durchführten (die bekannteste war WHI) - mit ebenfalls vernichtendem Ergebnis: eine Teilstudie mußte abgebrochen werden, ein Nutzen ließ sich - wie Jahrzehnte zuvor bei den Männern - nicht nachweisen. Dennoch hielt sich das frei erfundene Paradigma (nicht von den Pseudo-Medizinern erfunden!!) hartnäckig über weitere Jahre...

Zu 2: Auch die Eisen-Hypothese wurde offenbar sehr lange Zeit ignoriert - bis J.T. Salonen et al. 1992 in CIRCULATION epidemiolog. Daten vorlegten, die ganz klar FÜR die Sullivan-Hypothese sprachen. (Das war kaum anders zu erwarten, weil die paradigmatische Hormon-Hypothese definitiv FALSCH war und ist.) Dennoch begannen regierungsnahe Institutionen "aus allen Rohren" gegen die Daten aus Finnland zu feuern, möglicherweise, weil in den USA seit vielen Jahrzehnten allem Mehl obligatorisch Eisen zugesetzt wird: Ist die Sullivan-Hypothese richtig, könnte das bedeuten, daß die US-Regierung seit Jahrzehnten ihr Volk gewissermaßen vergiftet - zumal die Eisenspeicherung die häufigste Erbkrankheit ist. (Zu den Folgen dieser Leugnung der "Eisen-Gefahren" habe ich u.a. auf mehrere Bücher hingewiesen - ich wiederhole hier nur die Namen Randall B. Lauffer 1992 (1x Editor, aber auch Autor, u.a. 1993) und Francesco S. Facchini 2002, alles aus dem Gedächnis)

Ab der Salonen et al.-Veröffentlichung vor 20 Jahren nahm das Interesse am Thema stark zu - inzwischen ist die Fülle der Veröffentlichungen / Studien kaum noch zu überblicken, zumal die Hypothese sich "naturwüchsig" - aufgrund gegebener physiologischer Zusammenhänge - in viele Richtungen ausgeweitet hat, bisher wohl am wichtigsten in Sachen Insulinresistenz-Syndrom / Typ2-Diabetes, eingeschlossen Hypertonie, fortschreitende Nephropathie bis zum Nierenversagen und vielem mehr.

Aus der Fülle der Belege für die Richtigkeit der (ursprünglichen) "Eisen-Hypothese" greife ich 2 heraus.
1. Alternde blutspendende finnische Männer, die als Blutspender beim örtlichen Blutspendedienst registriert waren, hatten so gut wie keine Herzinfarkte - Einzelheiten sind in 2 Veröffentlichungen der Salonen-AG aus 1997-98 nachzulesen (aus dem Gedächtnis).
2. Leo R. Zacharski (wie Salonen in der US-Veterans-Administration angesiedelt, einer riesigen med. Institution, in der auch viel geforscht wird) und Mitarbeiter konzipierten die FeAST-Studie, über deren Ergebnisse inzwischen eine Fülle von Arbeiten veröffentlicht ist.
Eine davon wurde 2007 vom Deutschen Ärzteblatt unter der Überschrift kommentiert:
       "Eisen-Herz-Hypothese widerlegt: Aderlass schützt nicht vor Herzinfarkten "
Aus den Studienergebnissen geht eher das Gegenteil hervor, wenn auch nicht signifikant. Wenn diese nicht anders als bösartig-desinformatorische DÄ-Verlautbarung von psiram als einizige "wissenschaftliche" Quelle, als "Beweisstück" für die eigenen Aussagen im Aderlaßartikel angeführt wird (ansonsten z.B. Journalisten-Geschreibsel), dann ist das PSEUDOMEDIZIN, allerunterste Stufe.

Dies wird unterstrichen dadurch, daß bisher keinerlei Korrektur erfolgt ist, obwohl ich vor ca. 2d begonnen habe, die Unhaltbarkeit der DÄ-Behauptung darzulegen.
psiram hält es offensichtlich nicht für nötig, die eigenen (falschen) Aussagen zu prüfen, überschüttet stattdessen den Kritiker (mich) mit (überwiegend) Dreck.

Nocheinmal: Die von mir mitgeteilte weiterführende Auswertung von FeAST in Am. Heart Nov. 2011 belegt, daß die jüngeren Studienteilnehmer, die das Studienprotokoll viel besser einhielten als die älteren (bei "intent to treat"-Analyse ausgesprochen wichtig), im Sinne der "Eisen-Hypothese" geschützt waren.

Vernünftige Menschen werden sofort einsehen, daß Zacharski unter Militär-Veteranen mit behandlungsbedürftigen Krankheiten (deswegen kommen sie in die VA-Zentren!) keine Studie an jungen "gesunden" Menschen durchführen konnte: er tat eben das, was ihm - sicher nach reiflicher Überlegung - innerhalb der VA möglich war.
Dies nun in aggressivem Ton als ungenügend zurückzuweisen, beweist einmal mehr die Arroganz gegenüber begründeter Kritik, die in diesem "Zirkel" offensichtlich herrscht - ganz wie bei den angegriffenen Homöopathen und sonstigen Pseudomedizinern.

Ich habe sicherlich ein Dutzend weitere Belege angeführt, die die Richtigkeit der "Eisen-Hypothese" (übrigens weit über ihre ursprüngliche Formulierung hinaus) belegen, und auf die Bradford-Hill-Kriterien hingewiesen, wonach eben auch solche schwächere Evidenz mit einbezogen werden soll / muß, wenn es mangels "lupenreiner" Studien gilt, wichtige Probleme zu untersuchen / zu lösen. (Dazu habe ich ständig zu hören bekommen, ich solle nicht so viel schreiben. Das geht auch in die Richtung: wir wollen an unserer (falschen) Sicht der Dinge festhalten, wollen keine Kritik hören / zur Kenntnis nehmen - vgl. T.S. Kuhn... "Bradford-Hill" ist einfach nicht ohne umfangreiche Datensammlung machbar.)

Der Kern ist und bleibt: Der Herzinfarkt (MI) ist in D wie in den USA die führende Todesursache. Männer haben "im mittleren Lebensalter" ein mehrfach höheres MI-Risiko: wie kommt das zustande, ist das zu erklären. Das "Östrogen-Paradigma" ist nach Jahrzehnten gestürzt worden: Was nun?
Sullivan hat vor immerhin 31 Jahren im LANCET eine sehr plausible Hypothese angeboten, die inzwischen so gut untermauert ist (wenn man sich darum kümmert, wie ich seit bald 2 Jahrzehnten), daß jetzt entweder eine bessere Hypothese oder eine klare WIDERLEGUNG (nach K.Popper) erforderlich ist: Einverstanden? Also Vorschläge?

Der DÄ-Schreiberling behauptete 2007 in der Überschrift seines Machwerks, die Widerlegung sei durch Zacharski et al. 2007 erfolgt. Das ist eine krasse, offenbar bösartige Verdrehung der Fakten, inzwischen u.a. durch weitere Arbeiten der Zacharski-AG klargestellt, s.o.
psiram versagt auf ganzer Linie, wenn es weiter seine falschen Behauptungen aufrechterhält (kein Nutzen usw.), steht in einem anderen Segment von "Pseudomedizin", die ja angeblich in aufklärerischem Sinne entlarvt werden soll.

Also: wie ist das mehrfach höhere MI-Risiko von Männern im mittleren Lebensalter zu erklären? Schützt Blutspenden (= Aderlässe) vor MI, wie von Sullivan vor 31 Jahren prognostiziert (was natürlich ein riesiger NUTZEN wäre, den es laut psiram angeblich nicht gibt), oder nicht? (Ich verweise einmal mehr auch auf Facchini & Saylor 2002:     http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12079862
        "Abstract
Controversy surrounds the role of iron (Fe) in atherosclerosis (ASCVD), mainly due to the inaccuracy of assessing body Fe stores with serum ferritin and transferrin saturation. Quantitative phlebotomy was used to test whether or not (a) Fe stores are increased in individuals at high risk for ASCVD and (b) Fe depletion to near-deficiency (NID) levels is associated with reduction of risk factors for ASCVD. Thirty-one carbohydrate-intolerant subjects completed the study. Fe stores were within normal limits (1.5 +/- 0.1 g). At NID, a significant increase of HDL-cholesterol (p < 0.001) and reductions of blood pressure (p < 0.001), total and LDL-cholesterol (p < 0.001), triglyceride (p < 0.001), fibrinogen (p < 0.001) and glucose and insulin responses to oral glucose loading (p < 0.001) were noted, while homocysteine plasma concentration remained unchanged. These effects were largely reversed by a 6-month period of Fe repletion with reinstitution of Fe sufficiency. Thus, although individuals at high risk for ASCVD are not Fe-overloaded, they seem to benefit, metabolically and hemodynamically, from lowering of body Fe to levels commonly seen in premenopausal females. " (Selbstverständlich empfehle ich das Studium der Vollversion.)
       Wer etwas von der enormen Risikofaktor-Forschung etwa zum MI versteht, sollte einschätzen können, wie dramatisch die Risikoreduktion durch den hier realisierten Fe-Entzug bis auf 14 ng/ml Ferritin im Mittel sein dürfte - OHNE ANÄMIE!
Diese Aderlaß-Studie zusammengenommen mit den FeAST-Ergebnissen bis heute und den Ergebnissen der Salonen-AG, s.o., soll vereinbar sein mit der von psiram per Link verbreiteten Behauptung, die Eisenhypothese sei WIDERLEGT?!
Das ist unbegreifliche  DESINFORMATION. Leute, geht in Euch: so bescheuert  - hoffentlich nicht korrupt - könnt Ihr doch nicht sein!

Zur Länge dieses Beitrags: So primitiv wie die Verbreiter von Botschaften wie "Eisen-Hypothese widerlegt" oder "kein Nutzen" (von Aderlässen) kann ich es nicht machen, wenn ich mich nicht auf dieses unterirdische Niveau begeben will.

Truhe

Zitat von: Belbo zwei am 22. Oktober 2012, 07:36:17
Zitat von: PaulPanter am 22. Oktober 2012, 07:27:04
Hat schon jemand raus bekommen, was uns Eisen sagen will?

Das es in Deutschland tatsächlich Institute gibt die unfähige und geistig etwas verwirrte  Mitarbeiter aussortieren?

Genau den Eindruck habe ich inzwischen auch. Vermutung: Einige haben es sogar mit sanfter Kritik versucht, aber wg. Unbelehrbarkeit aufgegeben und die Reißleine gezogen.

Cosmo Kramer

Zitat von: bayle am 22. Oktober 2012, 10:27:29
@Cosmo
Versuche ruhig, was zu lernen, aber spar Dir deine altklugen Bemerkungen. Ich habe das deutliche Gefühl, Dir fehlt das Hinterland, anderen Belehrungen zu erteilen.

[OT] Altklug? Belehrungen? Wo ?!? [/OT]

bayle


The Doctrix

Zitat von: EisenKUF am 22. Oktober 2012, 13:43:10
Wer etwas von der enormen Risikofaktor-Forschung etwa zum MI versteht, sollte einschätzen können, wie dramatisch die Risikoreduktion durch den hier realisierten Fe-Entzug bis auf 14 ng/ml Ferritin im Mittel sein dürfte - OHNE ANÄMIE!

Aber wie wird sichergestellt, dass keine Anämie auftritt? So selbstverständlich ist das nämlich nicht. Und regelmässig die Sauerstofftransportkapazität des Blutes herabzusetzen finde ich als Prophylaxe gegen Herzinfarkt nicht unbedingt logisch.
Immer, wenn Du glaubst, dümmer gehts nicht mehr, kommt von irgendwo ein Eso her!

Wirsing

Zitat von: EisenKUF am 22. Oktober 2012, 13:43:10
Das sind ja ganze Kübel von (Dreck), die da über mich ausgeleert werden...
...
Ich WEISS aber durch eigene Recherchen (wie auch durch eigene Erfahrung, die hier für irrelevant erklärt wird), daß es anderen Nutzen gibt, potentiell sogar "gigantischen" Nutzen, wenn nicht Kräfte wie die psiram-Aktivisten, die hier v.a. das Wort führen, offensichtlich alles daran setzen, diesen Nutzen zu verhindern.
...
Zu 1:  Für Männer war die angebliche schützende Wirkung von Östrogen-Zufuhr bereits in den 60er Jahren in einer Riesenstudie widerlegt worden - das ist allerdings praktisch niemand bekannt, vermutlich, weil es von interessierten Kreisen "unter den Teppich gekehrt wurde", um das Paradigma aufrechterhalten zu können.
...
Zu 2: Auch die Eisen-Hypothese wurde offenbar sehr lange Zeit ignoriert - bis J.T. Salonen et al. 1992 in CIRCULATION epidemiolog. Daten vorlegten, die ganz klar FÜR die Sullivan-Hypothese sprachen. (Das war kaum anders zu erwarten, weil die paradigmatische Hormon-Hypothese definitiv FALSCH war und ist.) Dennoch begannen regierungsnahe Institutionen "aus allen Rohren" gegen die Daten aus Finnland zu feuern, möglicherweise, weil
...
"Eisen-Herz-Hypothese widerlegt: Aderlass schützt nicht vor Herzinfarkten "
Aus den Studienergebnissen geht eher das Gegenteil hervor, wenn auch nicht signifikant.
...

Mal so als Tip. Eine wahnhafte Persönlichkeitsstörung ist oft dadurch gekennzeichnet, daß der betroffene glaubt, alle anderen Menschen würden die Wahrheit nicht erkennen oder unterdrücken.
Ich empfehle Dir wirklich dringend mal mit einem Kollegen aus der Psychartrie Rücksprache zu halten.