Neuigkeiten:

Wiki * German blog * Problems? Please contact info at psiram dot com

Main Menu

Krise in der Ukraine

Begonnen von RPGNo1, 18. Februar 2022, 18:04:53

« vorheriges - nächstes »

sailor

Danke, Scipio, solche Stoffe (Schwermetalle, Halogenverbindungen aller Art, komplexe Kohlenwasserstoffverbindungen mit Metallen/Halogenen). Natürlich wird versucht, diese Stoffe durch Reaktionen und Katalysation unschädlich zu machen... aber das wurde über Jahrzehnte nicht getan. Allein das Aufräumen in der Ex-DDR hat gezeigt, was so versäumt wurde und auch im Westen liegt genug Gift im Boden. Findet man meistens erst, wenn die Schwellenwerte im Trinkwasser explodieren^^. Aber darum gehts mir gar nicht, sondern vielmehr darum, dass man in D fast ausschließlich auf die böse Strahlung guckt, weil das simplifizierbar ist: Der Geigerzähler tickt also kommt der Tod!

Was die Endlagerung angeht: Warum muss man endlagern? Bei anderen Giften/schwer entsorgbaren Materialien wird mittlerweile darauf geachtet, dass man sie im Falle einer Recyclingmöglichkeit zurückgewinnen kann. Wer sagt denn, dass die Menschheit nicht irgendwann die Isotope und Zerfallsprodukte technisch braucht? Die ganze Diskussion um die Ewigkeitslösung ist für mich ein einziger Strohmann, weil man Gestern/heute/morgen logischerweise keine Ewigkeitsgarantie abgeben kann. Dann sollte man doch schauen, wie man eine längerfristige Lösung findet. Ein Beispiel wäre, den Lagerhorizont auf 2000 Jahre max festzulegen, die Bauten so auszulegen und 200% mehr an Kosten zu planen.... die 200% gehen in einen Dauerfonds, welcher mit 33% des Überschusses den Unterhalt der Anlage bestreitet, 33% on top wieder anlegt und 33% für Recyclingforschung ausgibt. Aber das alles wird hier OT.

BND-Lagebild: Wayne interessierts? Ein Bericht im Jahr mehr oder weniger wird die breite Masse der Bevölkerung nicht ansprechen... und gleichzeitig wird der Bericht so vage sein, dass man nix erkennt, da der BND Quellenschutz bzw. Schutz seiner Verfahren betreiben wird. Was benötigt wird ist eine Presse, die sich mit sowas beschäftigt, die sowas gern mal kontrovers (aber bitte kompetent, nicht nur als Aufreger) abdeckt und eine Politik, welche die ihr schon jetzt vorliegenden Infos in Strategievorschläge/-Angebote für den Wähler umsetzt.

Luftwaffe: Gerüchteweise hat die russische Luftwaffe auch mit mangelnden Flugstunden zu kämpfen. D.h. man bekommt die eigenen Mavericks nicht trainiert. Zusammen mit Berichten über umfangreiche Korruption innerhalb der Luftwaffe (rangniedere Offiziere müssen ihre Vorgesetzten für jeden Schei* schmieren) und den Berichten über "hochrangige" Abschüsse gehe ich davon aus, dass sich höherrangige Offiziere Flugstunden auf Kosten der jüngeren gesichert haben und diese just for fun geflogen sind. Taktische Übungen wirds da im Luftkampf sicher gegeben haben (das ist Spass für Jet-Jockeys, stumpf Eisen werfen oder auch nur taktische Ops gegen Luftverteidigung SEAD/DEAD eher nicht). Seit den 90igern gabs auch keine Operationen gegen Gegner mit ner integrierten Luftverteidigung. Die Amis machen sowas nur, die F-35 ist mit dem Ziel entwickelt worden, einen Jet zu haben, der sich gegen solche integrierten Luftverteidigungsorganisationen durchsetzen und dabei überleben kann.

Litauen: Die Blockade ist KEIN Kriegsgrund. Kein Land ist gezwungen, freien Warenverkehr über Land zuzulassen. (Auf See sieht das anders aus) Die Russen merken jetzt nur, dass sie ihre Enklave nicht komplett über See versorgen können, bzw. dass dies teuer und aufwändig ist. Vor allem, wenn man aus Polen und dem Westen bestimmte Waren nicht mehr beziehen kann... Allein die Lebensmittel... Dazu kommt, dass nun auch der gesamte Bedarf der Baltischen Flotte UND der dort stationierten Heereseinheiten per See oder Luft rein muss, das bedeutet zusätzlichen Umschlag Schiene-See/Luft (vorher gabs ne Zugverbindung und natürlich Straße), sowie Bindung von eben jener See- und vor allem Lufttransportkapa. Achja, ich bin für aufstocken, ne Mechanisierte Brigade bitte...

Peiresc

Zitat von: Bachblüte am 20. Juni 2022, 13:47:09Nordkorea?
Ja, richtig, die hatte ich nicht auf dem Schirm. Vor kurzem hatte ich von brüderlichen Kampfesgrüßen und einer Solidaritätsadresse von Kim an Russland gelesen (auf RIA-Nowosti, glaub ich).

ZitatCountries like this have no shame, no shame.

Jethro Tull - Beside Myself [adaptiert]

RPGNo1

Zitat von: sailor am 20. Juni 2022, 14:15:13Luftwaffe: Gerüchteweise hat die russische Luftwaffe auch mit mangelnden Flugstunden zu kämpfen. D.h. man bekommt die eigenen Mavericks nicht trainiert. [...] Seit den 90igern gabs auch keine Operationen gegen Gegner mit ner integrierten Luftverteidigung.


Ich hatte eigentlich vermutet, dass russische Piloten in Syrien einige Erfahrungen sammeln konnten, auch wenn die Rebellen kaum Luftabwehr hatten. Aber wer weiß, welche Mängel schon zu der Zeit in der Luftwaffe herrschten und nur deshalb nicht offenbar wurden, weil kein einigermaßen ebenbürtiger Gegner mit entsprechenden aufklärerischen und nachrichtendienstlichen Mitteln gegenüber stand, der Lücken und Fehler sofort entblößt.

Zitat von: sailor am 20. Juni 2022, 14:15:13Litauen: Dazu kommt, dass nun auch der gesamte Bedarf der Baltischen Flotte UND der dort stationierten Heereseinheiten per See oder Luft rein muss, das bedeutet zusätzlichen Umschlag Schiene-See/Luft (vorher gabs ne Zugverbindung und natürlich Straße), sowie Bindung von eben jener See- und vor allem Lufttransportkapa.

Fragt sich nur, wie lange die Luftkapazitäten aufrecht erhalten werden können, wenn die Sanktionen verhindern, dass Ersatzteile ins Land kommen. Denn die modernen An und Il fliegen sicherlich nicht ausschließlich mit "guter russischer Technik". Dann bleibt nur noch der gute alte Seetransport.

sailor

@RPG: Das Deployment in Syrien hatte nix mit wirklicher Luftkriegsführung zu tun, die haben am Ende nur noch stumpf Eisen in die Heide Wüste geschmissen. Am Anfang hat man versucht, so tolle Bilder wie die der Amis zu zaubern, mit Präzisionswaffen und shit... daraus wurde schnell ne reine Bombentaxi-Nummer, die beiden einzigen Gefahren für die Russen waren der türkische und israelische Luftraum. Und mit beiden hat man sich "arrangiert". Die Russen haben dort nicht mal versucht, ihre syrischen Klientel vor den Schlägen der Israelis zu schützen... sondern denen das Gerät hingestellt und sich ansonsten von den südlichen Grenzen ferngehalten.

Bachblüte

Zitat von: sailor am 20. Juni 2022, 14:15:13Die ganze Diskussion um die Ewigkeitslösung ist für mich ein einziger Strohmann, weil man Gestern/heute/morgen logischerweise keine Ewigkeitsgarantie abgeben kann. Dann sollte man doch schauen, wie man eine längerfristige Lösung findet.

Diesen Schluss kann ich jetzt irgendwie nicht ganz nachvollziehen, Sailor. Die Garantie gibt man ja nicht sich selbst, sondern Menschen, die zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht geboren sind. Ich versuche mal, mich in die Lage eines Menschen in der Zukunft zu versetzen.

Ich stelle mir vor, zu Beginn der christlichen Zeitrechnung, also vor über 2000 Jahren und in einer Zeit, als man noch mit Sandalen am Fuß und brüllend mit Schwertern in der Hand herumgerannt ist, hätten die Menschen sämtliche Kohle, alles Erdöl, alles Uran und alles Thorium verbraucht, das bei der Verbrennung entstandene Kohlendioxid in der Atmosphäre belassen und den radioaktiven Müll für mich eingelagert, und zwar in einer nicht besonders lange haltbaren Form: Einerseits, weil man ja auch bereits viele andere schlimme Gifte für mich schlecht eingelagert hat, und andererseits, weil ich den Müll ja vielleicht brauchen kann (was ich natürlich nicht tue, denn schließlich strahlt er gewaltig, er ist auch chemisch hochgiftig, er ist wegen der Strahlung und der elementaren Zusammensetzung richtig eklig aufzutrennen, und zur Energiegewinnung ist er auch nicht wirklich nützlich, denn er ist ja schon "ausgelutscht"). Ich stelle mir vor dass mir heiß ist und dass ich schwitze – nicht nur, weil das Thermometer eine ungünstig hohe Temperatur anzeigt und in der Wohnung eine Gluthitze herrscht.

Ich stelle mir weiterhin vor, man hätte damals eine hohe Summe Geldes angelegt, beispielsweise viele Millionen römischer Sesterzen. Wie viele Bauten aus dieser Zeit sind noch vollständig erhalten? Wie viele Währungen gibt es noch in der Form, in der es sie damals gab? Wie viele Währungen haben komplett ihren Wert verloren? Wie viele Kriege gab es seither? Welche damalige Länder gibt es noch, in ihren ursprünglichen Grenzen? Wie viele geldgierige Despoten à la Putin gab es in der Zwischenzeit? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Geld sich vermehrt hat und immer schön brav zur Wartung der Müllbehälter verwendet wurde? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass überhaupt noch etwas von den Sesterzen vorhanden ist? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Behälter alle in bestem Wartungszustand sind? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie alle in der Zwischenzeit stattgefundenen Naturkatastrophen überlebt haben? Mir machen diese Fragen vollkommen deutlich, dass selbst eine erfolgreiche Einlagerung von "nur" 2000 Jahren vollkommen utopisch ist. Die nötigen Lagerzeiten sind aber um ein Vielfaches länger.

Ich stelle mir weiterhin vor, jetzt, da keinerlei Kohle, Öl, Uran und Thorium mehr vorhanden sind, bekomme ich die Aufgabe, auf Solar-, Wind- und ähnliche Energien umzustellen. Holz ist leider auch keines mehr da, denn das wurde anschließend von meinen Vorfahren verbrannt. Wie betreibe ich jetzt die Anlagen, mit denen ich die Windräder und die Solarzellen bauen soll? Wie baue ich diese Anlagen überhaupt, so ganz ohne Energie? Wie bekomme ich jetzt das verdammte Kohlendioxid aus der Atmosphäre, damit die Temperaturen wieder wenigstens einigermaßen erträglich werden? Woher nehme ich die nötige Energie, damit ich die nächsten anstehenden Wartungen der schon fast vollkommen verrotteten Müllbehälter durchführen kann und die Schweinerei beseitigen kann, die enstanden ist, als einer davon kürzlich ausgelaufen ist? Was habe ich überhaupt von all dem, außer einer riesigen Menge schier unlösbarer Probleme? Und, wieso habe ich jetzt eigentlich dieses dumme Gefühl, meine Vorfahren seien ein klein wenig rücksichtlos gewesen?  :laugh:

Peiresc

Zitat von: Bachblüte am 20. Juni 2022, 18:54:44Ich stelle mir vor, zu Beginn der christlichen Zeitrechnung, also vor über 2000 Jahren und in einer Zeit, als man noch mit Sandalen am Fuß und brüllend mit Schwertern in der Hand herumgerannt ist, hätten die Menschen sämtliche Kohle, alles Erdöl, alles Uran und alles Thorium verbraucht

Also, ich finde diese Vorstellung skurril. So wie Comics, in denen die mythischen Gestalten verschiedener Sagenkreise und Jahrhunderte zusammen mit Sci-Fi-Helden auf gezähmten Dinosauriern in irgendeine Schlacht ziehen. Aus derartigen Fantasie-Szenarien kann man nicht mal Gedankenexperimente ableiten, geschweige denn realistische Folgerungen für die Gegenwart oder nahe Zukunft ziehen. Um in diesem Rahmen zu bleiben, ginge z. B. "ja, aber in 100 Jahren sind die Menschen transhuman umgewandelt und können radioaktives Material verstoffwechseln".

RPGNo1

ZitatWarschau will »die heldenhafte Verteidigung der ukrainischen Armee« würdigen – mit einer Ausstellung ausgebrannter und zerstörter russischer Panzer aus dem aktuellen Krieg. Weitere Stationen sind in Spanien und Portugal geplant.


https://www.spiegel.de/ausland/ukraine-krieg-polen-will-zerstoerte-russische-panzer-ausstellen-a-ad57d531-727a-459c-b6cf-6c35770b645b

Scipio 2.0

@Bachblüte:

Du willst mir also allen Ernstes erzählen, dass man es geschafft hat sämtliche Baumarten auszurotten, weil Holz ist ja alle?

Und Flüsse fließen dann wohl auch keine mehr, in die ich ein Wasserrad nebst Generator hängen könnte?

Deine Überlegungen scheinen mir doch auf recht unrealistischen Annahmen zu beruhen.

Fakt ist doch, dass bereits Anlagen für regenerative Energien allen voran Solar-, Wind- und Geothermie Anlagen diese werden so oder so Energie liefern. Darüber hinaus wird global betrachtet beständig zugebaut, nicht so viel und nicht so schnell wie nötig das ist richtig aber es passiert.

----

Wo wir das Thema gerade eh ansprechen, ich habe bis jetzt noch kein brauchbares Konzept gesehen, wie man mit der Volatilität der erneuerbaren Energien umgehen will. Es wird zwar immer auf die Erde Speicher verwiesen aber ein durchgerechnetes Konzept mit entsprechenden Reserven und gegebenen falls ein paar GuD-Kraftwerken in der Hinterhand habe ich bis jetzt noch nirgends gesehen.

Ich lese gerade zur persönlichen Weiterbildung das Buch "Elektrische Energieversorgung". Das ist ein Unilehrbuch in dem neben konventioneller Energieerzeugung auch ausgiebig regenerative Energien besprochen werden. Mal sehen, ob da was zu dem Thema drin steht.

eLender

Ich möchte an dieser Stelle auf den passenderen Faden zum Thema Energiewende / Kernkraft verweisen: https://forum.psiram.com/index.php?topic=9775.0

Sonst wird das hier zu unübersichtlich. Es sei denn, es hängt direkt mit dem Thema hier zusammen. Dazu eine Bemerkung meinerseits. Es geht aktuell um die 3 noch laufenden KKWs, die zum Jahresende abgeschaltet werden sollen. Es scheint mit aber vernünftig, zumindest mal darüber nachzudenken, ob man die Dinger zumindest noch eine Weile weiterlaufen lässt bzw. ob das überhaupt möglich ist. Der Strom wird woanders herkommen müssen und wenn das Gas bald nicht mehr strömt, wird es sehr schwer, die Lücke zu schließen. Bliebe nur noch die Kohle, und die macht uns auch Sorgen. Es geht momentan um kurzfristige, allenfalls mittelfristige Kompromisse. Sonst wird der bratwustfressende SUV-Fahrer bald fordern, Blutin wieder das Prädikat "lupenreiner Demokrat" umzuhängen.
Wollte ich nur mal gesagt haben!

Bachblüte

Zitat von: Peiresc am 20. Juni 2022, 19:12:14Also, ich finde diese Vorstellung skurril. [...] Aus derartigen Fantasie-Szenarien kann man nicht mal Gedankenexperimente ableiten, geschweige denn realistische Folgerungen für die Gegenwart oder nahe Zukunft ziehen.

Etwas daraus abzuleiten ist auch nicht die Absicht. Die Vorstellung ist die Ableitung aus dem, was gerade geschieht bzw. geplant wird.

Wie definierst Du denn eigentlich "nahe Zukunft"? Du meinst doch nicht etwa, dass nukleare und fossile Brennstoffe ewig halten oder in "naher Zukunft" wieder nachwachsen? Und Du denkst doch nicht, dass der Prozess der Umstellung der Energiegewinnung ohne noch verfügbare Energie möglich sein wird? Sind 200 Jahre für Dich nah, oder eher fern?

Skurril finde ich das übrigens auch.


Zitat von: Peiresc am 20. Juni 2022, 19:12:14Um in diesem Rahmen zu bleiben, ginge z. B. "ja, aber in 100 Jahren sind die Menschen transhuman umgewandelt und können radioaktives Material verstoffwechseln".

Nein, das ginge nicht. Dass sich die Menschheit aber – gemessen an ihrer bisherigen Laufzeit – in sehr rascher Zeit mit der Erschöpfung der Vorräte an nuklearen und fossilen Brennstoffen konfontiert sehen wird, ist leider nicht nur eine einigermaßen realistische Folgerung, sondern bei unverändertem oder schlimmer noch, bei steigendem Verbrauch, sogar unausweichlich. Und dass sich das Klima rasch verändert, ist ebenfalls keineswegs unrealistisch: Wir beobachten es.

Zitat von: Scipio 2.0 am 20. Juni 2022, 19:48:08Du willst mir also allen Ernstes erzählen, dass man es geschafft hat sämtliche Baumarten auszurotten, weil Holz ist ja alle?

Und Flüsse fließen dann wohl auch keine mehr, in die ich ein Wasserrad nebst Generator hängen könnte?

Keine Ahnung wegen der Bäume. Aber in Anbetracht, wie in der Vergangenheit Ressourcen ausgebeutet wurden und werden, sehe ich eher schwarz.

Dir ist klar, dass sich Wasserräder nicht von alleine bauen? Dass sich das dazu nötige Eisenerz nicht von alleine abbaut? Dass die Verhüttung nicht von alleine geht? Das die Fertigung ebenfalls nicht einfach so stattfindet? Ebenso, der Transport und die Installation vor Ort? Dass dafür riesige Mengen an Energie nötig sind?

Auch wenn obige Schilderung vielleicht übertrieben ist: Kommende Generationen werden es umso schwerer haben, je länger wir warten, je mehr wir verbrauchen, je mehr Müll wir hinterlassen, und je mehr Umweltschäden wir angerichtet haben. Ihnen nichts als Probleme zu hinterlassen halte ich schlichtweg für rücksichtslos, und daher mein Stirnrunzeln angesichts der Idee, jetzt mit Fracking zu beginnen.


Ich habe diesbezüglich eigentlich keinen weiteren Gesprächsbedarf, diskutiere aber auf Wunsch noch ein Bisschen mit, wenn jemand das alles in den von eLender vorgeschlagenen Thread transportiert.

Max P

Zitat von: Scipio 2.0 am 20. Juni 2022, 19:48:08@Bachblüte:

Du willst mir also allen Ernstes erzählen, dass man es geschafft hat sämtliche Baumarten auszurotten, weil Holz ist ja alle?
Und Flüsse fließen dann wohl auch keine mehr, in die ich ein Wasserrad nebst Generator hängen könnte?

Um zu wenig Holz zu haben, muss man nicht alle Baum-Spezies ausgerottet, sondern Wälder großflächig vernichtet haben. Sowie Klima- und Bodenbedingungen geschaffen haben, die auch kein ausreichendes Nachwachsen mehr erlauben. Viele Flußsysteme wird es dann mangels Niederschlag und Wasserhaltevermögen auch nicht mehr oder nur noch sehr eingeschränkt geben. Bachblütes Szenario ist alles andere als skurril oder weit hergeholt.

Schwuppdiwupp

Zitat von: Max P am 20. Juni 2022, 21:56:19Bachblütes Szenario ist alles andere als skurril oder weit hergeholt.
+1

Ist natürlich sehr blumig formuliert, aber im Prinzip hat er nur ausgeschmückt, was ich weiter oben bereits gesagt habe.

Zitat von: Schwuppdiwupp am 20. Juni 2022, 10:21:46Keiner - absolut niemand - kann die Sicherheit von Endlagern über Jahrtausende sicherstellen. Siehe auch die aktuellen Ereignisse rund um Tschernobyl.

Zitat von: sailor am 20. Juni 2022, 14:15:13Natürlich wird versucht, diese Stoffe durch Reaktionen und Katalysation unschädlich zu machen... aber das wurde über Jahrzehnte nicht getan.
Ebendt! (Hervorhebung von mir.)

Zitat von: sailor am 20. Juni 2022, 14:15:13Was die Endlagerung angeht: Warum muss man endlagern? Bei anderen Giften/schwer entsorgbaren Materialien wird mittlerweile darauf geachtet, dass man sie im Falle einer Recyclingmöglichkeit zurückgewinnen kann. Wer sagt denn, dass die Menschheit nicht irgendwann die Isotope und Zerfallsprodukte technisch braucht? Die ganze Diskussion um die Ewigkeitslösung ist für mich ein einziger Strohmann, weil man Gestern/heute/morgen logischerweise keine Ewigkeitsgarantie abgeben kann. Dann sollte man doch schauen, wie man eine längerfristige Lösung findet. Ein Beispiel wäre, den Lagerhorizont auf 2000 Jahre max festzulegen, die Bauten so auszulegen und 200% mehr an Kosten zu planen.... die 200% gehen in einen Dauerfonds, welcher mit 33% des Überschusses den Unterhalt der Anlage bestreitet, 33% on top wieder anlegt und 33% für Recyclingforschung ausgibt. Aber das alles wird hier OT.

Genau! Es könnte ja auch sein, dass Aliens kommen, mit Chemtrails das CO2 aus der Atmosphäre holen und mit Globulis den Krebs heilen. Weiß man's? Weiß man doch nicht.

Wir bekommen aktuell weder unseren Plastikmüll vernünftig entsorgt, noch unsere elektronischen Spielzeuge wie Smartphones recycelt. Da ist wollen wir doch mal lieber nicht darüber schwadronieren, wie man denn tausende Tonnen stark radioaktiven und gleichzeitig hochgiftigen Mülls über Jahrtausende sicher aufbewahrt.

Bevor es mir unterstellt wird: Ich bin nicht wissenschafts- oder fortschittsfeindlich, habe selbst mit radioaktiven Stoffen gearbeitet, bin keineswegs hysterisch und plädiere weiterhin für den Betrieb von Forschungsreaktoren sowie den dosierten Einsatz z. B. für medizinische Zwecke. Ich bin auch der Meinung, dass die Abschaltung der AKWs nach Fukushima zu voreilig war.

Aber am Ende des Tages macht die Energierzeugung mittels Kernspaltung mehr Probleme als sie kurzfristig zu lösen scheint.


PS: Vielleicht könnte hier mal ein Moderator aufräumen und die Beiträge in einen passenderen Thread verschieben. :-)
Ach, was weiß denn ich ...

Max P

Zitat von: sailor am 20. Juni 2022, 14:15:13Aber darum gehts mir gar nicht, sondern vielmehr darum, dass man in D fast ausschließlich auf die böse Strahlung guckt, weil das simplifizierbar ist: Der Geigerzähler tickt also kommt der Tod!

Aber die böse Strahlung IST das Problem. Bei Hochwasser guckt man simpler-, aber richtigerweise auch nur auf den Pegelstand.

ZitatWas die Endlagerung angeht: Warum muss man endlagern? Bei anderen Giften/schwer entsorgbaren Materialien wird mittlerweile darauf geachtet, dass man sie im Falle einer Recyclingmöglichkeit zurückgewinnen kann.
Bachblüte hat ja schon angedeutet, wie schwierig bis unmöglich das wäre. Dass man das Zeug irgendwann überhaupt mal wieder brauchen könnte, ist darüber hinaus reine Spekulation. Und wenn je doch, könnte man es zur Not wieder aus dem Endlager holen. Das Zeug ist ja dann leider immer noch da.

ZitatDie ganze Diskussion um die Ewigkeitslösung ist für mich ein einziger Strohmann, weil man Gestern/heute/morgen logischerweise keine Ewigkeitsgarantie abgeben kann. Dann sollte man doch schauen, wie man eine längerfristige Lösung findet. Ein Beispiel wäre, den Lagerhorizont auf 2000 Jahre max festzulegen,

Auch hier haben Bachblüte und andere schon richtigerweise geschrieben, dass man über solche Zeiträume unmöglich planen kann.

RPGNo1

Friedensnobelpreisträger Dmitri Muratow versteigert seine Medaille für 103,5 Millionen Dollar. Der Erlös ist für geflüchtete ukrainischen Kindern bestimmt.

https://www.spiegel.de/ausland/dmitri-muratow-aus-russland-versteigert-nobelpreis-medaille-fuer-103-5-millionen-dollar-a-3fce6c34-357f-4d42-8692-e4a83a8a30a0

RPGNo1

Zwei Punkte.

1) Putin packt die "Wunderwaffen" aus. Jemand aus seinem Umkreis sollte ihm stecken, dass das in Deutschland 1944/45 auch nicht geklappt hat.

https://www.rnd.de/politik/russland-putin-verkuendet-indienststellung-neuer-hightech-waffen-PKPYFMGLPK2JAMLWFMCXKUILWY.html

2) Die Chefredakteurin des russischen Senders RT, Margarita Simonyan, will eine Hungerkrise als Druckmittel gegen den Westen einsetzen: "Sie werden die Sanktionen aufheben und wieder freundlich zu uns sein, weil sie erkennen werden, dass es notwendig ist."

https://www.tagesspiegel.de/politik/unsere-hoffnung-ist-der-hunger-rt-chefredakteurin-nennt-weltweite-nahrungsmittelkrise-als-ziel/28441942.html

Ja, liebe Frau Simonyan, Adolf Hitler dachte sich auch im 2. WK, dass er Großbritannien nur lange genug bombardieren müsse, damit es endlich die freundlichen Intentionen des Großdeutschen Reiches wahrnehme.